DEUTSCHE URLAUBER VERUNGLÜCKT

MADEIRA: 29 Todesopfer bei Busunfall

Bei einem schweren Busunglück auf der portugiesischen Insel Madeira am Mittwochabend, 17. April, sind 29 Menschen ums Leben gekommen – viele weitere wurden verletzt.


Madeira © Henrie - Fotolia.com

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(Stand Montag, 22. April)
 
Der mit 55 deutschen Urlaubern, einem Reiseleiter und Busfahrer besetzte Bus eines örtlichen Busunternehmens kam wenige Meter vor dem Hotel auf einer kurvigen und bergigen Strecke im Ort Canico von der Fahrbahn ab und stürzte sich überschlagend einen Hang herunter. Nach Angaben einer Überlebenden seien die Reisenden gerade mit dem Bus zu einem Abendessen aufgebrochen als der Bus mit hoher Geschwindigkeit eine Mauer gestreift und sich dann überschlagen habe. Der Bus kam an einem Wohnhaus in Hanglage zum Liegen. Ein Teil der Überlebenden habe nur leichte Blessuren davongetragen, andere kamen ins Krankenhaus. Am Ostersamstag wurden die deutschen Verletzten von einem medizinischen Transportflugzeug der deutschen Luftwaffe nach Deutschland ausgeflogen.

Der Bus sei fünf Jahre alt und erst kürzlich bei der Inspektion gewesen. Weil der Bus schnell an Fahrt gewonnen hätte, wird über einen Defekt an den Bremsen oder ein klemmendes Brems- oder Gaspedal spekuliert. Der Busfahrer, der überlebt hat, habe gegenüber einem Verkehrsgewerkschafts-Vertreter von »technischem Versagen« gesprochen, während die Behörden keine Angaben zur Ursache machen. Der 55-jährige und als »sehr zuverlässig« geltende Fahrer soll absichtlich gegen die Wand gefahren sein, um den Bus abzubremsen. Ein Alkoholtest sei negativ gewesen.

51 Passagiere sind Kunden des hessischen Reiseveranstalters Trendtours, zwei weitere Urlauber Kunden des Anbieters Schauinsland-Reisen. Die Urlauber sollen nicht zu einer geschlossenen Reisegruppe gehört haben. Trendtours zeigte sich in einer Presseinformation vom Donnerstag »zutiefst erschüttert« über das Unglück und gab die Entsendung eines Unterstützungs-Teams nach Madeira bekannt, um den Unfallopfern schnellstmöglich persönlich zur Seite zu stehen.

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) sprach den Angehörigen und Verletzten in einer Pressemitteilung sein Mitgefühl aus und teilte mit, sich nicht an Spekulationen zur Unglücksursache beteiligen zu wollen.

Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, mahnte zur Nutzung von Sicherheitsgurten im Reisebus: »Leider nutzen viel zu wenige Passagiere den Gurt. Der Busfahrer kontrolliert das nicht und kann es während der Fahrt auch gar nicht. Gurte sind aber überlebenswichtig«, zitiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Vor allem bei einem Überschlag – zu dem es Brockmanns Angaben nach in rund zehn Prozent der Busunfälle komme – sei ein Angeschnalltsein wichtig.

Madeira liegt etwa 950 Kilometer südwestlich von Lissabon im Atlantik.


Kategorie: Unfallmeldungen, Top-News