09.04.2019

Von: Thomas Burgert

RUND 20 PROZENT MEHR BUSLEISTUNG

NVV: Stundentakt auf regionalen Buslinien

Ziel des Nordhessischen Verkehrsverbundes ist es, ein stündliches ÖPNV-Angebot in allen Landkreisen aufzubauen.


Der NVV will sein Busangebot in den kommenden Monaten deutlich ausbauen. (Symbolfoto: NVV/ Nils Klinger)

Der NVV will sein Busangebot in den kommenden Monaten deutlich ausbauen. (Symbolfoto: NVV/ Nils Klinger)


Ab 15. April sind im Gebiet des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) im Landkreis Werra-Meißner zwei weitere Buslinien an allen Tagen der Woche im Stundentakt unterwegs. Zusätzlich werden weitere Fahrten auf einer dritten Linie 290 angeboten. Auf jeder der drei Linien werden an diesen Tagen zusätzlich je Richtung etwa vier bis sechs Fahrten täglich in den vorhandenen Fahrplan integriert.

Im nächsten Schritt erweitert der NVV das Busangebot der Bäderlinie zwischen Bad Hersfeld und Bad Salzungen im Juni dieses Jahres. Auch dort wird es dann an Wochentagen einen Stundentakt in beide Richtungen geben und zum jährlichen Fahrplanwechsel im Dezember stehen 18 weitere Buslinien an, bei denen zurzeit eine Planung für einen Stundentakt in Abstimmung mit den Landkreisen vorbereitet wird.

Seit 1995 habe man das Angebot im Busverkehr um 18,6 Prozent gesteigert, erklärte NVV-Geschäftsführer Wolfgang Rausch. »Damit die Entwicklung auch in Zukunft so weitergeht, steht mit der Angebotsoffensive im ländlichen Raum ein weiterer Meilenstein in Nordhessen bevor.« Bis zum Dezember dieses Jahres soll es von Montag bis Freitag auf den meisten regionalen Buslinien mindestens einen Stundentakt geben.

Dafür werden zum nächsten Fahrplanwechsel knapp 2,3 Millionen zusätzliche Buskilometer bei den Verkehrsunternehmen beauftragt. Das sind laut NVV etwa 20 Prozent mehr an Leistung, gegenüber dem Fahrplan im Jahr 2018. Dafür investiert der NVV ab 2020 zusätzlich etwa 4,5 Millionen Euro. Ziel ist es laut Rausch, »in allen nordhessischen Gemeinden ein kontinuierliches Angebot über den ganzen Tag in Abstimmung mit den jeweiligen Landkreisen zu planen. Dass in ländlichen Gemeinden nur morgens, mittags und abends ein Bus fährt, soll es künftig nirgendwo in Nordhessen mehr geben«.

Der NVV habe den Anspruch, ein stündliches Angebot in allen nordhessischen Landkreisen aufzubauen, teilte der Verkehrsverbund mit. Jede Stunde mindestens eine Verbindung vom Ortsteil in den Kernort, vom Kernort in das Mittelzentrum und vom Mittelzentrum in das Oberzentrum. Damit wolle man ein klares Signal setzen, dass »der ÖPNV im ländlichen Nordhessen nicht auf dem Rückzug, sondern trotz demografischem Wandel auf dem Vormarsch ist«.

Welches Verkehrsmittel zum Einsatz kommt, sei abhängig vom Zweck und den Möglichkeiten vor Ort. Auf den Hauptachsen werde es laut NVV die Bahn und der Schnellbus sein, ansonsten der Linienbus und als Ergänzung und Zubringer die flexiblen/alternativen Bedienungsformen, die heute Anrufsammeltaxis, Rufbusse, in wenigen Fällen Bürgerbusse oder auch private Mitnahmen heißen.

Man sehe im mindestens stündlichen ÖPNV-Angebot die Chance, dass der ÖPNV immer öfter als Alternative wahrgenommen wird. Neben der Bedienungshäufigkeit sei vor allem das Reisedauerverhältnis wichtig für die Entscheidung der Menschen. Daher prüfe man auch »immer Beschleunigungsmaßnahmen bei einer Angebotserweiterung, um die Dauer der Reisezeit im öffentlichen Nahverkehr zu verkürzen«.


Kategorie: Betrieb, Top-News