14.03.2019

Von: Thomas Burgert

Bedrohlicher Schatten

Gestern standen die Themen Verkehr und Schadstoffemissionen gleich zweimal in Berlin auf der Tagesordnung. Einmal bei einem Spitzentreffen im Kanzleramt, wo die Kommission zur »Zukunft der Mobilität« über den aktuellen Stand ihrer Arbeit berichten sollte und dann im Bundestag, wo unter anderem über NOx-Grenzwerte abgestimmt wurde.



Die Begriffe Verkehr und Klimaschutz – bei denen ich manchmal den Eindruck bekomme, dass sie hierzulande längst in den Rang einer Ersatzreligion erhoben worden sind – kommen ja mittelweile nur noch im Duett daher und scheinen für viele gar nicht mehr zu trennen zu sein. Berlin steht hier allerdings auch gehörig unter Druck und der kommt aus Brüssel, von wo aus die EU mit Strafzahlungen droht und von wo aus auch die Clean-Vehicles-Richtlinie einen immer bedrohlicheren Schatten wirft.

Die Verkehrsunternehmen sind davon direkt betroffen, denn auf sie wächst der Druck, ihre Fahrzeugflotten auf andere Antriebstechnologien umstellen zu müssen – und unabhängig davon, als wie sinnvoll das jeder einzelne bewertet, um das Thema wird man nicht herumkommen. Die festen Beschaffungsquoten für emissionsarme Fahrzeuge, die Brüssel dann in bester Planwirtschaftsmanier für jedes einzelne Land vorschreibt, werden zu einem echten Problem werden. Denn zum einen fehlen die passenden Fahrzeuge und dann sind diese deutlich teurer, so dass es ohne Fördergelder nicht gehen wird.

Thomas Burgert


Kategorie: Editorial