On-Demand von Door zu Tor

Bereits bekannte Arten der Personenbeförderung werden durch eine App plötzlich zu Innovationen ausgerufen. Englische Begriffe wie Ride-Hailing, Ride-Pooling oder On-Demand verstärken die Empfindung einer Neuheit. Taxi, Mietwagen, AST und Rufbus klingen weniger futuristisch, gelten aber allgemeinhin als bereits erfunden, weshalb sich Branchenverbände zurecht aufregen, wenn Shuttle-Betreibern per PBefG-Experimentierklausel Genehmigungen erteilt werden.



Auch Werksshuttle können als bereits bekannt gelten. Jedoch verfolgt der Pilotbetrieb von DB-Ioki zwischen Lampertheim und Mannheim einen Ansatz, über den sich keiner aufregen dürfte. Es geht um einen »innovativen Werksverkehr« von Tür zu Tor mit der Wegekette Shuttle-Zug-Shuttle. Mitarbeiter des Pharmaunternehmens Roche werden von wohnungsnahen virtuellen Haltestellen abgeholt und zum Zug gebracht. Nach der Zugfahrt geht es wieder per Ioki vom Bahnhof zum Werkstor.

DB-Ioki scheint hier sinnvoll neue Geschäftsfelder zu erschließen – auf die Ergebnisse des nur sechswöchigen Tests wird man nicht lange warten müssen. Diese neue Art des Werksverkehrs – sofern sie funktioniert – nützt nicht nur dem Betreiber, sondern auch dem ÖPNV, der Umwelt, den Mitarbeitern und auch dem Arbeitgeber, der die freiwerdenden Mitarbeiter-Parkflächen anderweitig nutzen kann.

Sebastian Glinski


Kategorie: Editorial