ZWEI VON DREI TEILNETZEN VERGEBEN

GOSLAR/LNVG: Genehmigung für Harz-Bus

Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) hat am Freitag, 8. März, Harz-Bus die einstweilige Erlaubnis für die Teilnetze 82 und 83 mit zusammen elf Buslinien im Raum Goslar für sechs Monate erteilt.


Ein Bus von Regionalbus Braunschweig (Foto: RBB)

Ein Bus von Regionalbus Braunschweig (Foto: RBB)


Wie bereits berichtet, hatte sich die derzeitige Betreiberin Regionalbus Braunschweig (RBB; DB Regio) durch die LNVG als Genehmigungsbehörde vom Betrieb von 17 eigenwirtschaftlich betriebenen Buslinien im Raum Goslar zum Ende März 2019 entbinden lassen (Teilnetz 81: 830, 831, 840, 841, 842, 861; Teilnetz 82: 810, 821, 822, 851, 852, 860; Teilnetz 83: 650, 832, 833, 834, 859). Die RBB begründete die Rückgabe damit, dass der Verkehr im heutigen Umfang nicht eigenwirtschaftlich angeboten werden könnte und reichte ein wesentlich gekürztes Verkehrsangebot ein. Unerwarteterweise hat auch Harz-Bus, eine Gesellschaft der drei regionalen Busunternehmen Pülm Reisen (Seesen), Reisebüro Schmidt (Wolfenbüttel) und Verkehrsbetriebe Bachstein (Celle), die Chance genutzt und einen eigenwirtschaftlichen Antrag gestellt.

Auf Nachfrage des Roten Renners sagte LNVG-Sprecher Rainer Peters, dass man am Freitag zunächst über die Erteilung einer einstweiligen Betriebserlaubnis für die Teilnetze 82 und 83 zwischen 1. April und 30. September 2019 mit zusammen elf Buslinien entschieden habe. Die Entscheidung über das Teilnetz 81 soll laut Peters bis Ende der Kalenderwoche 11 fallen. Die RBB hatte nämlich zunächst die Entbindung für 16 Linien beantragt, später kam die Linie 861 (TN 81) hinzu, weshalb sich die Genehmigungsfrist für dieses Teilnetz 81 bis zum 8. März verlängert hat. Bis zum letzten Tag (8. März) hätte nur ein Antrag von Harz-Bus für das Teilnetz 81 vorgelegen. Da die RBB am letzten Tag jedoch fristgerecht auch einen Antrag auf einstweilige Erlaubnis des TN-81-Betriebs gestellt hat, müsse man dieses noch prüfen.

RBB und Harz-Bus haben beide Anträge auf einstweilige sechsmonatige Erlaubnis eingereicht und auch Genehmigungsanträge für eine zehnjährige Laufzeit. Wie Rainer Peters sagte, wolle man über die Genehmigung für zehn Jahre bis zum 22. August 2019 entscheiden. In der Kürze der Zeit könnte man die Zehn-Jahres-Anträge nicht abschließend bewerten, da es auch darum ginge, die Auskömmlichkeit ausreichend zu prüfen. Schließlich habe die Betreiberin RBB von strukturellen Problemen gesprochen.

Der nun genehmigte Antrag von Harz-Bus sehe laut LNVG ein Verkehrsangebot vor, welches im Wesentlichen dem heutigen RBB-Betrieb entspreche. Im Gegensatz dazu hätte die RBB Fahrplankürzungen vornehmen wollen. An den Wochenenden sei eine Streichung »fast aller Fahrten aus dem Produktionsprogramm« vorgesehen gewesen und zwischen Montag und Freitag Fahrplanstreichungen »in erheblichem Umfang«. Eine solche Kürzung sei laut Regionalverband Großraum Braunschweig nicht mit den Bedürfnissen der ÖPNV-Nutzer vereinbar.

Harz-Bus teilte in einer Presseinformation seine Freude über die Genehmigung mit: »Wir freuen uns über die Entscheidung. Das sehr knappe Zeitfenster stellt eine große Herausforderung dar, alle Vorbereitungen für einen reibungslosen Weiterbetrieb zu schaffen. Wir sind aber sehr zuversichtlich, alle Vorarbeiten so umzusetzen, dass die Fahrgäste möglichst wenig vom Betreiberwechsel mitbekommen.« Man habe der RBB eine Beteiligung an der neuen Gesellschaft sowie den Einsatz als Subunternehmer angeboten, »auf beides wollte sich der Altbetreiber letztlich aber nicht einlassen«, teilt Harz-Bus mit. Man sei bereit, Fahrer zu übernehmen und biete Bewerbern die Mailadresse jobs@harzbus-goslar.de an oder eine Informationsveranstaltung am Donnerstag, 14. März, im Hotel »Die Tanne« in Goslar.


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