08.02.2019

Von: Thomas Burgert

BUSBETRIEBE FÜRCHTEN MONOPOL

FLIXBUS: Expansion nach Russland geprüft

Der Fernbusanbieter Flixbus soll Medienberichten zufolge den Einstieg in den russischen Fernbusmarkt prüfen.


Flixbus soll Pläne für eine Expansion nach Russland prüfen. (Symbolfoto: Flixbus)

Flixbus soll Pläne für eine Expansion nach Russland prüfen. (Symbolfoto: Flixbus)


Flixbus soll einen Einstieg in den russischen Fernbusmarkt prüfen, schreibt das Handelsblatt und bezieht sich dabei auf einen Bericht der Tageszeitung Kommersant. Flixbus habe bereits eine russischsprachige Webseite, auf der jedoch aktuell noch keine Fahrten in Russland gebucht werden können. Daher gibt es auch noch keinerlei Angaben zu möglichen Linienangeboten. Als attraktiv gelten Busverbindungen von Moskau in größere Städte im Umkreis von 300 bis 500 Kilometern.

Den Angaben der Zeitung Kommersant zufolge will Flixbus auch in Russland nach seinem bekannten Modell mit den Busunternehmen vor Ort kooperieren und habe den russischen Unternehmen folgendes Modell vorgeschlagen: »Der Konzern verpflichtet sich, mindestens 50 Prozent der Sitzplätze im Bus selbst zu verkaufen, die Fahrer zu schulen und Fahrzeuge mit eigener Software und Technik auszustatten. Als Gegenleistung will Flixbus 30 Prozent der Einnahmen«. Die Verträge sollen mindestens über eineinhalb Jahre laufen.

Bei Russlands Busunternehmen soll angesichts des Einstiegs von Flixbus keine ungeteilte Freude herrschen, schreibt Kommersant. Größere Anbieter sollen eine Kooperation abgelehnt haben, wird berichtet. Boris Loran, Präsident der Vereinigung »Autobuslinien des Landes« begründete die Sorge der Unternehmer mit »der Angst vor einer Monopolisierung des Markts« durch Flixbus. Flixbus selbst hat sich bisher noch nicht zu etwaigen Russland-Plänen geäußert.

Der russische Fernbusmarkt gelte als »sehr umkämpft« berichtet das Handelsblatt. Offiziell gebe es 1372 reguläre Busunternehmen. Doch der Markt befinde »sich im halblegalen Zustand. Oft muss bar bezahlt werden, ohne Abrechnung und Quittung und damit auch ohne hundertprozentige Verantwortlichkeit«, zitiert die Tageszeitung einen Verkehrsanalysten. Dessen Ansicht nach, würden die Fahrgäste in Russland von einem Einstieg von Flixbus profitieren, da man sich dadurch eine Professionalisierung des Fernbusverkehrs verspreche.


Kategorie: Fernbus, Top-News