10.01.2019

Von: Thomas Burgert

Glitzernde Zukunft – schnöde Gegenwart

In der Glitzermetropole Las Vegas werden bei der Messe CES derzeit Ideen für die Mobilität von morgen präsentiert. Autonomes Fahren, smarte Apps zur Reiseplanung, vernetzte Verkehre und eine Verzahnung verschiedener Verkehrsträger sind die Themen auf einer Messe, die ursprünglich als Schaufenster für Unterhaltungselektronik gestartet war.



Die Messe CES, auf der heute Automobilhersteller, Zulieferer und Software-Unternehmen aus dem Mobilitätsbereich vertreten sind, zeigt, wie sich die Mobilitätsbranche heute wandelt und wie wichtig es ist, den Blick zu weiten. Die dort vorgestellten Ideen für den Verkehr von morgen bilden aber gerade in diesen Tagen einen scharfen Kontrast zur Mobilität der Gegenwart, die im Vergleich dazu doch arg trist daherkommt.

Da kommt es beispielsweise zu Zugausfällen im Dieselnetz von Sachsen-Anhalt, weil der Betreiber Abellio nicht genügend Lokführer hat, bei der DB war 2018 nur jeder vierte Fernzug pünktlich, in Bayern kommt es zu massiven Einschränkungen im Bahnverkehr, weshalb es Kritik seitens der BOB an der Qualität des Schneeräumdienstes gibt und im EU-Parlament haben die Mitglieder des Verkehrsausschusses die Vorschläge zum Mobility Package abgelehnt und damit eine Einigung erst einmal in weite Ferne rücken lassen.

Personalmangel, eine Infrastruktur, die an ihre Grenzen stößt, Unternehmen, die angesichts wachsender Fahrgastzahlen ebenfalls an Kapazitätsgrenzen stoßen und rechtliche Rahmenbedingungen, die Spielräume bei der Personenbeförderung einengen – ehe die damit verbundenen Fragen nicht zufriedenstellend beantwortet sind, wird es dann doch noch dauern, bis die Digitalisierung uns eine schöne neue Verkehrswelt bescheren kann.

Thomas Burgert


Kategorie: Editorial