VERGABESTREIT NIDDERAU & LANGENSELBOLD/GELNHAUSEN

VIABUS: Rückzug aus dem Main-Kinzig-Kreis

Nach einjährigem Vergabestreit vor der Vergabekammer zieht sich das Busunternehmen BRH Viabus aus Speyer aus dem Bereich Nidderau und Langenselbold/Gelnhausen zurück.



Viabus habe sich auf der Grundlage einer Vereinbarung mit dem Main-Kinzig-Kreis aus dem schwebenden Vergabeverfahren zurückgezogen, teilte der Main-Kinzig-Kreis am Mittwoch, 5. Dezember, mit. »Wir haben die offizielle Mitteilung erhalten, dass die Firma ihr Angebot nicht aufrecht erhält und aus dem Wettbewerb ausscheidet«, sagte Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann.

Im Dezember 2017 hatte die Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig (KVG) die Entscheidung mitgeteilt, das Linienbündel 2 (Nidderau Stadt) und das Linienbündel 6 Teil 2 (Langenselbold/Gelnhausen) ab 24. Juni 2018 an Viabus vergeben zu wollen. Daraufhin gingen unterlegene Bieter in Widerspruch vor der Vergabekammer beim Regierungspräsidium Darmstadt. Viabus fährt ab 24. Juni 2018 im Rahmen einer Notvergabe noch bis 3. Februar 2019.

Laut John Mewes von der Pressestelle des Main-Kinzig-Kreises sei der Zuschlag an die Zweitplatzierten nach Abwarten aller Fristen nun erfolgt: Das Unternehmen Stroh Bus-Verkehrs-GmbH aus Altenstadt erhielt das Linienbündel 2 (Nidderau) und die Bietergemeinschaft aus VBN Verkehrsbetriebe Nahgoldtal und Deinbus Verkehrs-GmbH das LB 6 (Teil 2; Langenselbold/Gelnhausen). Dabei wolle die Bietergemeinschaft mit Heuser aus Langenselbold als Subunternehmer zusammenarbeiten. Laut John Mewes würde derzeit noch zur Laufzeit verhandelt, der ursprüngliche Vergabezeitraum war 24. Juni 2018 bis 28. Juni 2026. Seitens der Busunternehmen seien bereits Wünsche bezüglich der Laufzeit geäußert worden.

Zum Rückzug von Viabus sagte Ottmann: »Wir haben in den vergangenen Monaten in mühevoller Arbeit immer wieder die Mängel dokumentiert und die Einhaltung der vertraglich vereinbarten Qualitätskriterien gefordert.« Die KVG habe auch Vertragsstrafen verhängt und die Zahlungen reduziert. »Dieses Vorgehen dürfte ein wesentlicher Grund sein, warum Viabus als ursprünglich preiswertester Anbieter nun aus dem Wettbewerb ausgeschieden ist«, schreibt der Landkreis. Die KVG bitte um Verständnis dafür, dass »die neuen Betreiber aufgrund der kurzen Vorlaufzeit vorübergehend mit älteren Fahrzeugen die Leistung erbringen müssen.«

Auf Nachfrage des Roten Renners sagte Heuser-Geschäftsführerin Inge Bahr, dass eine Kooperationsvereinbarung mit der Bietergemeinschaft ungefähr die hälftige Übernahme der Ausschreibungsleistung (Gesamtleistung: 14 Busse) durch Heuser vorsehe. Das entspreche im Umfang fast der alten Leistung, welche man mit sieben Bussen erbracht habe. Der Betriebsstart am 3. Februar 2019 sei »sehr sportlich«. Schließlich habe man nach dem Verlust der Leistung Fahrer entlassen und Busse verkaufen müssen, um sich über Wasser zu halten. Das Unternehmen habe dafür Sorge getragen, dass die entlassenen Fahrer bei anderen Busunternehmen unterkommen, einige seien auch in die Industrie gegangen. Nun müsste man – abhängig vom noch nicht vorliegenden Dienstplan – etwa ein Dutzend Fahrer finden.  Sieben ältere Busse habe man verkauft. Inge Bahr dankt den Kunden für ihre Unterstützung. Dass Menschen für Heuser auf die Straße gegangen sind und Demos abgehalten haben (wir hatten berichtet), habe sie berührt, damit habe man nicht gerechnet, sagte sie.


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