07.11.2018

Von: Peter Gebauer

Die Eiskönigin

Jedes kleine Kind kennt heute Anna und Elsa. Die beiden Schwestern sind die Hauptfiguren in Disneys Animationsfilm »Die Eiskönigin. Der indes spielt im fiktiven Königreich Arendelle, und nicht in Berlin. Dort wagt sich jetzt die parteilose Verkehrssenatorin Regine Günther aufs Eis. Der Berliner Senat will es nämlich mit einer neuen Staatsbahn probieren und die S-Bahn-Züge für die Hauptstadt – bis zu 1380 Wagen – selbst beschaffen. Kostenpunkt: Über drei Milliarden Euro. Die damit verbundenen Leistungen sollen dann ausgeschrieben werden. Kann das funktionieren?



Ja. Das könnte funktionieren. Aber nur dann, wenn in der Berliner Verwaltung das dafür notwendige Know-how vorhanden ist bzw. eingekauft wird. Günther gilt als ausgewiesene Expertin für nationale und internationale Klimaschutzpolitik. Das ist nicht ganz das Fachgebiet, auf das es hier ankommt. Aber wie sagt der Volksmund doch so schön: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Schon möglich, dass sich der Berliner Weg als Erfolgsmodell entpuppt. Das wäre der Hauptstadt zu wünschen. Wenn nicht, könnte das nämlich zu einem absoluten Fiasko werden. Denn Berlin liegt nicht im fiktiven Märchenreich Arendelle, wo sich am Ende natürlich alles zum Guten wendet. 

Peter Gebauer


Kategorie: Editorial