10.10.2018

Von: Peter Gebauer

Worst Case

Ein Thema beschäftigt derzeit nahezu jedes Verkehrsunternehmen: Der Fahrermangel. In NRW hatte das Verkehrsministerium eigens deshalb zu einem runden Tisch eingeladen. Gleichzeitig werden nahezu überall im Land Überlegungen angestellt, den ÖPNV auszubauen. Was die Frage aufwirft: Wie soll der Ausbau des ÖPNV gelingen, wenn es nicht genügend Menschen gibt, die die Busse, Bahnen und Züge lenken können – und wollen?



Mit dieser Frage wird sich die Politik vielleicht schneller, als ihr lieb ist, beschäftigen müssen. Nach dem wenig erfolgreichen Diesel-Gipfel stehen weiterhin Fahrverbote im Raum, auf den ÖPNV kommen unter Umständen enorme Herausforderungen zu. Und überall fehlen Fahrer.

Viele Verkehrsbetriebe unternehmen derzeit enorme Anstrengungen, um zusätzliches Fahrpersonal zu rekrutieren. Die Frage ist: Reicht das? Und reicht das vor dem Hintergrund weiterhin drohender Fahrverbote, gerade auch nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts Berlin?

Es wäre der Worst Case: In den Städten herrschen Diesel-Fahrverbote, und der ÖPNV kann das Mehraufkommen von Fahrgästen in Bussen und Bahnen nicht auffangen, weil  er nicht genügend Fahrpersonal hat. Und dieser Worst Case könnte in dem einen oder anderen Ballungsraum tatsächlich eintreten. Denn backen können sich die Verkehrsunternehmen ihre Fahrer nicht. Und so schnell wird man auch keine autonomen Busse auf die Straße bringen können.

Peter Gebauer


Kategorie: Editorial