10.10.2018

Von: Peter Gebauer

REGIERUNG WILL ANREIZE FÜR ELEKTROAUTOS SETZEN

WIEN: Busspuren für E-Autos freigeben?

Die österreichische Regierung will Busspuren für Elektroautos freigeben. So soll ein weiterer Anreiz für die Anschaffung von Elektroautos gesetzt werden.


Busspuren. Die österreichische Regierung erwägt, die reservierten Fahrspuren für Elektroautos freizugeben.  Dagegen regt sich Protest. (Foto: pixabay.de)

Busspuren. Die österreichische Regierung erwägt, die reservierten Fahrspuren für Elektroautos freizugeben. Dagegen regt sich Protest. (Foto: pixabay.de)


Die Bezuschussung bei der Anschaffung und die steuerliche Begünstigung habe nicht ausgereicht, um die Zahl der elektrisch betriebenen Fahrzeuge auf Österreichs Straßen signifikant zu steigern, berichtet die Tageszeitung Der Standard. Eine Möglichkeit, weitere Anreize zu setzen, sei das Thema Fahren auf der Busspur. In Norwegen, wo das für Elektroautos erlaubt ist, führe das allerdings immer wieder zu heftigen Diskussionen. Tenor: Die Elektroautos der Wohlhabenden verstopfen die Öffi-Spuren des gemeinen Volkes.

Die rot-grüne Wiener Stadtregierung sei daher strikt gegen die Freigabe der Busspuren für Elektroautos, so Der Standard. Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) und Öffi-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) haben dem Plan demnach schon vorsorglich eine Absage erteilt. Auch die Wiener Linien hätten sich klar gegen das Projekt der ÖVP-FPÖ-Regierungskoalition ausgesprochen: Autos sorgen auf den Busspuren für Verzögerungen, sagte Geschäftsführer Günter Steinbauer der Zeitung.

Die türkis-blaue Bundesregierung beeindrucke das noch nicht. Sie wolle die Öffnung der Busspuren notfalls erzwingen, falls die Städte dazu nicht freiwillig bereit seien, erklärte Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) am Mittwoch vor dem Ministerrat. Sollten die Gespräche dafür scheitern, »machen wir das über die StVO«, sagte Hofer dem Standard zufolge in Richtung Wien und Innsbruck. Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) steht laut Standard hinter den Plänen.


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