NEUE STRASSENBAHN ZU BREIT FÜR DUISBURGER TUNNEL-HALTE

RHEINBAHN: HF6 bei Testfahrt angeeckt

Bei der Ausschreibung der neuen Straßenbahn des Typs HF6 wurde versäumt, die Haltestellen in Duisburg zu berücksichtigen.


Am Donnerstagabend eckte eine Bahn des Typs HF6, die gerade ihre ersten Testfahrten im Düsseldorfer Straßenbahnnetz absolviert, im Duisburger Tunnel an. (Grafik: Rheinbahn)

Am Donnerstagabend eckte eine Bahn des Typs HF6, die gerade ihre ersten Testfahrten im Düsseldorfer Straßenbahnnetz absolviert, im Duisburger Tunnel an. (Grafik: Rheinbahn)


In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch vergangener Woche stieß ein Prototyp der Bombardier-Bahn HF6 im Duisburger U-Halt »Duissern« mit Anbauteilen des Drehgestells an die Kante des Niederflurbahnsteigs, berichtet die Rheinbahn in einer Presseinformation. Zuvor hatte der Düsseldorfer Express in seiner Montagsausgabe vom »Super-Gau von der Wedau« berichtet. Die Rheinbahn schreibt von einem »Kontakt zwischen Bahn und Haltestellenkante«, die Ursache liege in der »fehlenden Berücksichtigung des Haltestellentyps im Lastenheft der Rheinbahn aus dem Jahr 2014. Auch gibt es für Haltestellen und Fahrzeuge hierzu keine einheitlichen Standards, die hätten helfen können, diesen Fehler zu vermeiden.«

Wie der Express zum Hintergrund berichtet, würden bereits seit Mitte September Testfahrten stattfinden, zunächst auf dem Betriebshof, seit einigen Tagen auch im Straßenbahnnetz. Der Unfall passierte bei einer Testfahrt auf der die Städte Düsseldorf und Duisburg verbindenden Linie U79. In Duisburg würden die Hochflur- und Niederflur-Bahnsteige direkt aufeinander folgen und der Niederflur-Bahnsteig rage etwas über den Hochflurteil hinaus.

Die Rheinbahn macht deutlich, dass die neue Bahn auf den Linien U74, U75, U77 und U78 ohne Probleme einsetzbar sei und alleine dort mehr als die bereits bestellten 43 HF6-Bahnen benötigt würden. Um die Bahnen langfristig auch auf der U79 einsetzen zu können, werde man zusammen mit dem Hersteller Möglichkeiten zur Neuplatzierung oder Neudimensionierung von Anbauteilen prüfen.

Dieses Problem kommt für die Rheinbahn zu Unzeiten. Neben öffentlicher Kritik des Betriebsrats am Vorstandssprecher Michael Clausecker, wurde erst kürzlich bekannt, dass es Mängel an den neuen Leichtbaubussen von VDL gibt, berichtete der Express bereits letzte Woche. Deswegen sei nach Angaben von Rheinbahn-Sprecher Schumacher ein Bus aus dem Linienbetrieb genommen und gründlich untersucht worden. Den Bus samt Nachbesserungsforderungen werde man ins VDL-Werk nach Valkenswaard schicken. Die durchgeführten Änderungen müssten sich erst bewähren, bevor man die restlichen Busse nach und nach – ohne den Betrieb zu beeinträchtigen – zur Nachbesserung schickt, welche im Rahmen der Garantie durchgeführt würde. Unter anderem wegen der Ledersitze wurden die Busse bei der Auslieferung der ersten Wagen im Sommer 2017 als »1. Klasse im Nahverkehr« angepriesen.


Kategorie: Betrieb, Top-News