RHEINBAHN-CHEF ANTWORTET AUF KRITIK

RHEINBAHN: Kritik an Clausecker

Rheinbahn-Vorstandssprecher Michael Clausecker äußerte sich gegenüber der Rheinischen Post (RP) zur aktuellen Kritik an seiner Person.



Wie die Rheinische Post und Westdeutsche Zeitung berichtet hatten, habe der Vorsitzende des Betriebsrats, Michael Pink, während der letzten Aufsichtsratssitzung eine Erklärung abgegeben, nach der die Mitarbeiter das Vertrauen in Michael Clausecker verloren hätten. Pink hatte seine Vorwürfe in einem RP-Interview wiederholt. Clausecker habe nicht den Erfolg beschert, für den man ihn geholt habe, sagte Pink.

Vorsitzender des Aufsichtsrates, Oberbürgermeister Thomas Geisel, wolle dieses Thema zu einem späteren Zeitpunkt im sogenannten Vierer-Ausschuss bereden, einem beratenden Untergremium mit zwei Arbeitnehmervertretern, Geisel und dessen Vertreter, berichtet die RP. Nun durch die RP dazu befragt, kritisierte Clausecker Pinks Gang an die Öffentlichkeit, dafür gebe es Gremien. Den aktuellen Fahrermangel werde man laut Clausecker bis 2019 behoben haben. Der Rheinbahn-Chef halte Unruhe bezüglich des Wachstumsprogramms für normal, aber er habe »Rückhalt in der Belegschaft«. Selbst Geisel habe kritisiert, dass man nicht ständig neue Geschäftsfelder entwickeln könne, solange das Kerngeschäft nicht funktioniere.

Die vorgelegten Halbjahreszahlen mit weniger beförderten Fahrgästen seien nicht aussagekräftig, nur die Ganzjahreszahlen seien vergleichbar. Erfreulich seien die Abonnentenzahlen, die im August ein Prozent über dem Vorjahr gelegen hätten. Als Sondereffekte bei den Fahrgastzahlen machte Clausecker den Anstieg der Fahrradausleihen sowie eine Verteuerung des Sozialtickets geltend. Der Rheinbahnchef halte das Ziel, 26 Millionen Fahrgäste mehr bis 2021 zu haben (Ziel: 243,8 Millionen), noch für realistisch, obwohl die Zahlen sich seit 2015 nur um sieben Millionen erhöht hätten. Mehr Fahrgäste würden die kürzlich gestarteten Metrobusse und die Änderungen bei den Park-and-Ride-Anlagen sowie die geplanten Bike-and-Ride-Anlagen bringen. Zu Gerüchten über seine Absetzung sagte er, er gehe davon aus, seinen bis 2020 laufenden Vertrag zu erfüllen.

In Bezug auf mehr Pünktlichkeit forderte Clausecker Hilfe von der Politik, man bräuchte eigene Fahrspuren: »Es ist ärgerlich, wenn 200 Menschen in einer Bahn hinter drei Autos mit jeweils einem Insassen feststecken«, zitiert die RP. Gleichzeitig verwies Clausecker auf Beispiele wie London oder Kopenhagen, wo man zeitgleich zur Attraktivitätssteigerung des ÖPNV den Autoverkehr unattraktiver gemacht hätte durch weniger Parkplätze oder Erhöhung der Parkgebühren.

Die Rheinbahn habe ihren Fokus lange aufs Sparen gelegt, was man nun ändern wolle. Die ältesten Straßenbahnen (45 Jahre alt) sollen ab 2019 getauscht werden, die 35 Jahre alten Bahnen des Typs B80 würden zu einem späteren Zeitpunkt ersetzt, über den man noch entscheiden müsse. (sg)


Ergebnisprognose des Vorstands

Der Vorstand der Rheinbahn hatte am 13. September dem Aufsichtsrat seine Ergebnisprognose vorgelegt. Beim Ergebnis liege die Rheinbahn nach Angaben der Vorstandes auf Kurs, als zunehmendes Problem für das Unternehmen hat der Vorstand die Gewinnung neuer Fahrer bezeichnet. Das betriebliche Ergebnis der Rheinbahn per Juli 2018 liegt um 0,7 Millionen Euro über Plan und soll laut aktueller Prognose am 31. Dezember 2018 um 3,6 Millionen Euro über Plan liegen. Dies geht aus einer Ergebnisprognose hervor, die der Vorstand der Rheinbahn am 13. September dem Aufsichtsrat vorgelegt hat. Weiterhin erstattete der Vorstand Bericht zur aktuellen Personalsituation sowie den Fahrgastzahlen.

Die Fahrgastzahlen der Rheinbahn sind im laufenden Jahr bislang hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Sie liegen bis Ende August 0,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Besonders der starke Rückgang beim Sozialticket habe – mit circa 0,7 Prozentpunkten – dazu beigetragen. Die Zahl der Abonnenten ist im Jahresverlauf hingegen kontinuierlich gestiegen und liegt im August mit 203.519 Dauerkunden ein Prozent über dem Vorjahreswert. Der Vorstand zeigte sich zuversichtlich, dass man »trotz der deutlich rückläufigen Fahrten mit dem Sozialticket zum Jahresende wieder die Fahrgastzahlen des Vorjahres« erreichen könne.

Nach Angaben des Vorstands werde es auf dem zunehmend angespannten Arbeitsmarkt auch für die Rheinbahn schwieriger, neue Fahrer zu gewinnen. Als »regional sehr geschätzter Arbeitgeber« sei es dem Unternehmen dennoch gelungen, in den letzten Monaten 83 neue Fahrer einzustellen. Weitere 66 Frauen und Männer sollen bis zum Jahresende noch hinzukommen. (tb)


Kategorie: Betrieb