11.07.2018

Von: Peter Gebauer

Speck für Mäuse

Mehr moderne Busse und mehr Verkehrsverbünde. So könnte man – grob vereinfacht – die jüngste Regierungserklärung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder für die Nahverkehrsbranche zusammenfassen. Das muss man den Bayern lassen: Wenn sie etwas anpacken, dann klotzen sie richtig ran. Die Staatsregierung verfolgt damit zwei Ziele. Das eine dürfte in der regulären Spielzeit zu erreichen sein. Das andere riecht nach Verlängerung.



2000 neue emissionsarme Busse sollen allein bis 2020 mithilfe von Förderungen durch die Landesregierung auf die Straßen des Freistaats gebracht werden. Da werden in einigen Unternehmen noch mal die Stifte ausgepackt und die Planungen zu Neuanschaffungen neu berechnet – genau wie es von der Staatsregierung beabsichtigt ist.

Schwieriger wird es mit den neuen Verkehrsverbünden. Derzeit gibt es acht davon in Bayern, die größten sind der Verkehrsverbund Nürnberg und der MVV in München. Künftig sollen es deutlich mehr werden. Der Freistaat will Zusammenschlüsse mit Zuschüssen und möglicherweise auch Beteiligungen jetzt attraktiver machen. Mit Speck lockt man bekanntlich Mäuse. Trotzdem bleibt der Erfolg hier abzuwarten.

Peter Gebauer


Kategorie: Editorial