21.04.2018

Von: Peter Gebauer

Notvergabe

Es gibt Entscheidungen, die muss man nicht verstehen. Die Notvergabe der Verkehrsleistungen im hessischen Nidderau an das Speyerer Busunternehmen Viabus gehört gewiss dazu. Dort soll ab Juni ein Verkehrsunternehmen die Verkehrsleistungen aufrechterhalten – dazu gehört auch der Schülerverkehr – das dort noch nie gefahren ist und das dort auch keinen Bus in der Nähe stehen hat. Einzig der Preis habe den Ausschlag für diese Notvergabe gegeben, sagte der zuständige Landrat dazu der Presse. Ein interessanter Standpunkt.



Diese Notvergabe an Viabus und nicht an die seitherigen Betreiber ist allein schon unverständlich genug. Vor dem Hintergrund der Geschehnisse in Diepholz wird sie noch absurder. Wer weiß, vielleicht macht Viabus ja auch in Nidderau noch den Rückzieher, weil ja noch längst nicht feststeht, wer in dem Vergabestreit am Ende die Nase vorne haben wird. Und plötzlich wäre die Kreispolitik doch auf die alteingesessenen Busbetriebe angewiesen, die man bisher zumindest nicht wie langjährige und zuverlässige Geschäftspartner behandelt hat.

Es steht zu vermuten, dass über dieses Thema noch nicht das letzte Wort gesprochen wurde – zumal sich die Altbetreiber einen Widerspruch gegen die Notvergabe vorbehalten.

Peter Gebauer


Kategorie: Editorial