12.03.2018

Von: Thomas Burgert

Perspektiven aufzeigen

Die Nachfrage nach Fahrpersonal steige stetig, sagte die Münchner Verkehrsgesellschaft beim Start einer neuen Kampagne, mit der man Personal für U-Bahn, Tram und Bus gewinnen will. Rund 300 Fahrerinnen und Fahrer werden gesucht – allein noch für dieses Jahr. In den Folgejahren wird es nicht viel anderes aussehen.



Das ist natürlich kein originell Münchner Problem. Fahrer werden nahezu überall gesucht. Ein aktueller Bericht aus dem Landkreis Freising beschreibt, wie Busunternehmen dort nach Fahrern suchen. Busunternehmer schildern ihre Probleme bei der Fahrersuche, erzählen von geschalteten Anzeigen, auf die sich niemand meldet. »Der Markt scheint leegefegt zu sein«, lautet ein ernüchterndes Fazit. Es wird auf den teuren Führerschein verwiesen und dass speziell im Reiseverkehr der Beruf wenig familienfreundlich ist.

Der Aufwand, Mitarbeiter für den Fahrerjob zu gewinnen, wird sicher nicht kleiner werden – ganz im Gegenteil. Durch den neuen Fernbusbereich ist eine weitere Nachfrage nach Fahrern entstanden, viele Fahrer gehen in den nächsten Jahren in Rente und wenn das ÖPNV-Angebot – wie von der Politik gewünscht – weiter ausgebaut werden soll, wird man weitere Fahrer brauchen. Denn vorerst wird auch das autonome Fahren die menschlichen Chauffeure nicht ersetzen können. Diese aber brauchen Perspektiven, denn wer will als junger Mensch schon einen Beruf ergreifen, von dem alle sagen, dass er in ein paar Jahren überflüssig sein wird.

Thomas Burgert


Kategorie: Editorial