ANARCHISTISCHE KAMPAGNE »FAHR SCHEINFREI«

MÜNCHEN: Fahrscheinfrei-Anarchisten

In München wurde am 31. Januar die »anarchistische Kampagne fahr scheinfrei« gestartet.


Ein Anti-Fahrschein der Initiative »fahr scheinfrei« zum Ausschneiden – weit kommt man damit allerdings nicht. (Screenshot: https://fahrscheinfrei.noblogs.org)

Ein Anti-Fahrschein der Initiative »fahr scheinfrei« zum Ausschneiden – weit kommt man damit allerdings nicht. (Screenshot: fahrscheinfrei.noblogs.org)


Die Kampagne findet, dass die Münchner Ticketpreise zu teuer sind. Sie ruft dazu auf, künftig keine Fahrscheine zu kaufen oder zumindest beim Abstempeln zu betrügen, etwa indem das Stempelfeld mit Lipgloss oder ähnlichem präpariert wird, damit man den Stempel wieder abwischen kann. Gegeben werden auch Tipps, wie man einer Fahrkartenkontrolle entgehen kann.

Die Initiatoren machen selbst darauf aufmerksam, dass das Fahren ohne gültigen Fahrschein eine Straftat darstellt und mindestens mit einem erhöhten Beförderungsentgelt von 60 Euro, bei mehrmaligem Erwischen auch mit einer Anzeige, geahndet wird. Jedoch ist der Gedanke der Anarchisten, dass nicht jeder angeklagt würde, wenn keiner einen Fahrschein lösen würde, sondern man die Politik dazu bewegen würde, den fahrscheinlosen ÖPNV einzuführen.

Auf der Blogseite der Initiative finden sich Anti-Fahrscheine, welche dem Kontrolleur gereicht werden können, um ein Statement zu setzen. Viel mehr kann mit den Fahrscheinen mit der Aufschrift »Keine Fahrkarte«, »Ich fahre ohne gültigen Fahrschein« und »0,00 €« im MVG-Design auch nicht erreicht werden.

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) behalte sich rechtliche Schritte gegen diese Aktion vor, hieß es auf Nachfrage des Roten Renners von der Pressestelle des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV). Die MVG sei es auch, die die Fahrscheine kontrolliere, der MVV sei nicht für Kontrollen zuständig. Die Deutsche Bahn habe gegenüber der Münchner Abendzeitung noch keine Schritte angekündigt. Die Initiative bedient sich teils MVV-Werbemotiven und des MVV-Logos, welches zu MV»A« geändert wurde, wobei »A« wohl für Anarchie stehen soll.


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