ÄRGER AUF SÄCHSISCHER REGIONALSTRECKE

MRB: Leipzig – Chemnitz ruft Politik auf den Plan

Die zu Transdev gehörende Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) hat Schwierigkeiten mit ihrer Zugverbindung von Leipzig nach Chemnitz (RE6).



Der Verkehrsverbund Mittelsachsen sprach auf Anfrage von »vielen Verspätungen« und unsauberen Zügen. VMS-Sprecherin Jeanette Kiesinger sagte, die MRB habe außerdem nicht immer die »ausgemachte Kapazität« eingesetzt. Die Zustände seien »selbst für uns nicht immer verständlich«, es bestehe »auf jeden Fall Handlungsbedarf«.

Die in Chemnitz erscheinende Freie Presse hatte einen gemeinsamen Brief der Bundestagsabgeordneten der sächsischen Stadt auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Nach Angaben von Jeanette Kiesinger soll ein Gespräch zwischen den Politikern und dem VMS-Geschäftsführer Anfang 2018 stattfinden. Der VMS ist zuständig, weil im Freistaat Sachsen die Aufgabenträgerschaft bei den Verkehrsverbünden liegt. Der aktuelle Verkehrsvertrag mit der MRB gilt nach Informationen aus Chemnitz bis 2023.

Die MRB nannte auf Anfrage als Grund für die Ausfälle »Störungen der Infrastruktur/Bauarbeiten, Polizeieinsätze sowie Sturmschäden und Fahrzeugstörungen«. So sei in der vorigen Woche an zwei Tagen hintereinander ein Güterzug liegen geblieben. »Aufgrund der eingleisigen Strecke führte dies im morgendlichen Berufsverkehr zu Zugausfällen.« Anfang des Monats sei es leider vermehrt zu technischen Störungen an den eingesetzten Wagen gekommen, deswegen sei man »mit geringeren Kapazitäten bzw. Ersatzfahrzeugen« unterwegs gewesen. Die Werkstätten hätten mit Hochdruck an der Beseitigung gearbeitet, »damit der Regelbetrieb zeitnah wieder aufgenommen werden konnte«. Die MRB fährt nach eigenen Angaben mit Reisezugwagen, die die PFA in Weiden umgebaut hat, eingesetzt werden außerdem Siemens-Dieselloks vom Typ ER 20.

Beschwerden der Kunden liegen laut MRB im ein- bis zweistelligen Bereich (pro Monat), Fahrgäste erhielten Entschädigungen »im Rahmen der geltenden Fahrgastrechte«. In welcher Höhe Strafzahlungen an den Besteller fällig sind, wollte die MRB nicht sagen, man gebe zu vertraglichen Regelungen »keine Auskunft«.

Das sächsische Problem erinnert an die Krise auf der Marschbahn in Schleswig-Holstein, die das Festland mit der Insel Sylt verbindet. Auch dort kämpfte der Betreiber in den letzten Wochen immer wieder mit Störungen Die Strecke ist ebenfalls zum Teil eingleisig, es hat Probleme mit Wagen und den eingesetzten Lokomotiven gegeben. Auch in Schleswig-Holstein hat sich die Politik eingeschaltet und dringt auf Verbesserungen.


Kategorie: Bahn, Betrieb