BUSFAHRER IM LANDKREIS OBERSPREEWALD-LAUSITZ SAUER

SBN: Betreiberwechsel im OSL-Kreis

Ab 1. August 2017 für zehn Jahre übernimmt die Kreisverkehrsgesellschaft Dreiländereck (KVG) den Busverkehr im Oberspreewald-Lausitz-Kreis sowie in den Städten Senftenberg und Lübbenau. Die Busfahrer des Altbetreibers Südbrandenburger Nahverkehrsgesellschaft (SBN) sind sauer.



Die zu Rhenus Veniro gehörende KVG Dreiländereck aus Zittau hatte sich in einer EU-weiten Ausschreibung des Kreistags als günstigster Bieter durchsetzen können. Dass der Preis das einzige Vergabekriterium war, und dass auf eine mögliche Festschreibung der Verpflichtung zur Übernahme der Beschäftigten verzichtet wurde, macht den SBN-Betriebsratsvorsitzenden René Walter sauer.

Der seit September 2013 für Ausschreibungen bindende Tarifvertrag für den Nahverkehr Brandenburg (TV-N BRB) bot keinen ausreichenden Schutz für den Altbetreiber. Gegenüber der Lausitzer Rundschau nannte René Walter den Verzicht auf Beschäftigtenübernahme einen »geplanten und kalkulierten Sozialabbau«, um einen Ausschreibungsgewinn zu erzielen. Die Altbeschäftigten würden die Privilegien aus dem Manteltarifvertrag verlieren, müssten sich wie Berufsanfänger beim Neubetreiber bewerben und sich mit viel niedrigeren Gehältern abfinden.

Laut Walter sei die Belegschaft daher »tief enttäuscht von allen Kreistagsabgeordneten und Volksvertretern aller politischen Parteien im Landkreis«. Das Vertrauen in die Politik sei weg, die Motivation der Beschäftigten am Boden, was sich auch an einem Krankenstand von über zehn Prozent äußere, wodurch manche Linien nur noch mit Mühe zu betreiben seien.

Wie viele Beschäftigte die KVG überhaupt übernehmen würde, sei nach zwei Vorgesprächen mit dem Neubetreiber immer noch nicht klar. Ebenso unklar sei, was mit den fünf Betriebshöfen und Werkstätten passieren soll. Die SBN habe bereits 50 der 105 Beschäftigten eine Kündigung ausgesprochen, die restlichen Kündigungen sollen im März erfolgen. Laut Walter habe die SBN schon öfter unter der »kranken Verkehrspolitik« leiden müssen – das ehemals kreiseigene Verkehrsunternehmen sei seit 2008 dreimal verkauft worden. Derzeit gehört es zu hundert Prozent der deutschen Tochter der italienischen Staatsbahn Netinera.  


Kategorie: Ausschreibungen