VARIOBAHN: MVG repariert nicht mehr

Die Münchner Verkehrsgesellschaft hat mitgeteilt, dass Stadler derzeit kein Konzept habe, die Schäden an den nicht zugelassenen Variobahnen zu beheben.


Variobahn für München: Die MVG hilft nicht mehr bei den Reparaturen, legt die Verantwortung allein in die Hände von Stadler (Foto: MVG)

Variobahn für München: Die MVG hilft nicht mehr bei den Reparaturen, legt die Verantwortung allein in die Hände von Stadler (Foto: MVG)


Ein Ende Juni fristgemäß von Hersteller Stadler vorgelegtes Sachverständigengutachten zu den Serienschäden an den Rädern habe nur Vermutungen zur Schadensursache enthalten und einen längerfristigen weiteren Testbetrieb mit einer veränderten Gummimischung vorgeschlagen. Die Münchner Verkehrsgesellschaft lehnt einen solchen Dauertest über mindestens einen Winter ab.


Die Technische Aufsichtsbehörde (TAB) bei der Regierung von Oberbayern habe als Voraussetzung für die endgültige, unbefristete Zulassung verlangt, dass der Serienschaden beseitigt werde. Unter den gegebenen Umständen sei dagegen nicht einmal klar, ob die bis 31. August 2012 laufende vorläufige Zulassung verlängert werde. Da es weder Sicherheit über die Schadensursache noch ein Reparaturkonzept gebe, könne es zudem passieren, dass beim Auftreten erneuter Schäden die Fahrzeuge stillgelegt werden.


Die MVG konzentriert sich darum ab sofort darauf, die vorhandenen und zugelassen Bahnen anderer Baureihen so verfügbar wie möglich zu halten. Dazu gehören die Bündelung aller Werkstattkapazitäten auf schnelle Reparaturen bei Unfällen ebenso wie die kostenintensive Aufarbeitung von voraussichtlich fünf 45 Jahre alten Zügen der Baureihe P. Darüber hinaus werde über den Einsatz gebrauchter Straßenbahnen nachgedacht, sofern die TAB deren bestehende deutsche Zulassung »mitberücksichtige«.


Auf diesem Weg soll der nach dem Ende laufender Gleisbaumaßnahmen ab dem 24. November wieder in vollem Umfang laufende aktuelle Fahrplan möglichst weitgehend gesichert werden. Gleiches gilt für geplante Taktverdichtungen und den neuen Fahrplan ab Dezember. Über letzteren müsste bis Ende August entschieden werden.


Die Reparaturen an den Variobahn-Schäden, die die MVG bisher für Stadler ausführte, werden ebenfalls ab sofort eingestellt. Herbert König, Chef der MVG, hat Stadler aufgefordert, in eigener Verantwortung »schnellstmöglich« die Bahnen dauerhaft zu reparieren und zulassungsfähig zu machen. Zudem erwarte das Verkehrsunternehmen einen »Zeitplan für die belastbare Wiedereinsetzbarkeit« der Variobahnen.


In Potsdam sind die Schänden an den Gummikörpern der Räder ebenfalls aufgetreten. Stadler stufte diese als »nicht sicherheitsrelevant« ein. Allerdings werden die Züge täglich überprüft.


Kategorie: Technik, Top-News