VARIOBAHN: MVG korrigiert Stadler

Die Münchner Verkehrsgesellschaft hat eine Mitteilung von Stadler zu dem Gummikörper-Serienfehler bei den Variobahnen als »teilweise falsch« zurückgewiesen.


Die Münchner Variobahnen sind weiterhin nicht uneingeschränkt zugelassen (Foto: MVG)

Die Münchner Variobahnen sind weiterhin nicht uneingeschränkt zugelassen (Foto: MVG)


Ein Blick in den Wortlaut der Pressemitteilung der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zeigt allerdings, dass dieses »teilweise« als »in allen wesentlichen Punkten« gelesen werden muss. So schreibt Stadler, dass schadhafte Gummikörper an den Rädern nur bei einer von 70 Variobahnen getauscht werden mussten. Dazu die MVG: »Allein München waren aber aus diesem Grund bereits sechs Züge in der Werkstatt, alle zwölf Variobahnen sind von dem Serienschaden betroffen.«


Die von Stadler auf 1,7 Prozent bezifferte Schadensquote liege in München bei drei Prozent. Dabei müsse man berücksichtigen, dass an jedem Rad 21 dieser Gummikörper verbaut seien. Bereits ein Fehler an einem einzigen dieser Bauteile könne aber dazu führen, dass der ganze Zug aus dem Betrieb genommen und aufwändig repariert werden müsse. Angesichts der Tatsache, dass alle im Fahrgastbetrieb fahrenden Bahnen täglich auf Auffälligkeiten an den Rädern kontrolliert werden müsste, könne von einer uneingeschränkten Einsetzbarkeit keine Rede sein.


In der Regel könnten nur jeweils drei der Bahnen im Linienbetrieb fahren. Mehr Bahnen als unbedingt für den Betrieb nötig »am Laufen zu halten«, sei auch deswegen nicht sinnvoll, weil die Ursache der Schäden bislang unklar sei und diese darum nicht dauerhaft beseitigt werden können. Schließlich weist die MVG darauf hin, dass die Bahnen wegen des Serienschadens derzeit nur mit einer befristeten, vorläufigen Genehmigung zur Inbetriebnahme fahren. Sollte Stadler den Schaden nicht »kurzfristig in den Griff bekommen«, müssten alle Münchner Variobahnen zum 31. August 2012 stillgelegt werden.  


Kategorie: Technik, Top-News