Preisentwicklung

Natürlich steckt der Teufel im Detail und es ist alles nur Zufall oder lässt sich gut begründen. Aber zum Nachdenken regt es schon an, wenn man mal die Ergebnisse der jüngsten größeren Ausschreibungen auf Schiene und Straße nebeneinander hält.



Da ist das Netz Mitte in Schleswig-Holstein im SPNV. Mehr als ein Drittel günstiger wird dort der Zugkilometer künftig gefahren. Das Land hat damit nahezu alle Bahnstrecken im Wettbewerb vergeben, bisher war DB Regio hier auf der Basis eines Verkehrsvertrages ohne Ausschreibung unterwegs.


Und da sind die Busleistungen in Nordhessen, die zum zweiten Mal ausgeschrieben wurden. Die sind jetzt ein Drittel teurer. Vergeben wurden Leistungen, die bisher die DB-Tochter Regionalverkehr Kurhessen fuhr. Der RKH nahm an der Ausschreibung nicht teil, weil die DB sich entschieden hat, dieses Unternehmen mangels auskömmlicher Einnahmen abzuwickeln.


Da könnten sich diejenigen durchaus bestätigt fühlen, die die grundsätzliche Tendenz beklagen, eine direkt beauftragte DB sei zu teuer, da sei noch Luft nach unten. Gleiches gilt für die Experten, die darauf hinweisen, dass im Busverkehr die Preise (nicht zuletzt durch die Gebote der Busunternehmen, die unbedingt in den Markt wollen) zu niedrig seien und nach oben korrigiert werden müssten.


Diese Ausschreibungsergebnisse sind Wasser auf die Mühlen für die Verfechter von Ausschreibungen, weil man durchaus die Tendenz ablesen könnte, dass der Markt es schon richte. Dass bis dahin allerdings manches mittelständische Unternehmen auf der Strecke blieb, wird dabei ebenso ausgeblendet wie die Frage, was wohl im Ausschreibungswettbewerb mittel- und langfristig passiert, wenn es kaum noch Wettbewerber gibt.


Frank
Schliffke, Chefredakteur


Kategorie: Editorial