Variobahn-Serienschaden in München

Die Münchner Verkehrsgesellschaft hat mitgeteilt, dass an den noch nicht zugelassenen und noch nicht abgenommenen Variobahnen von Stadler ein »Serienschaden« aufgetreten ist.


Die Variobahnen in München kommen nicht aus den Schlagzeilen (Foto: MVG)

Die Variobahnen in München kommen nicht aus den Schlagzeilen (Foto: MVG)


Konkret handele es sich um Risse in einem Gummikörper zwischen Radreifen und Radscheibe. Die Ursache sei nach Angaben von Stadler noch unklar, berichtet die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Der MVG sei aber zwischenzeitlich bekannt, dass ähnliche Schäden in mindestens zwei weiteren Variobahn-Betrieben aufgetreten seien. Ob hier Zusammenhänge bestünden, würde noch untersucht.


Die Beseitigung sei aufwändig, da jedes einzelne Rad vom Fahrzeug abmontiert und in seine Bestandteile zerlegt werden müsse. Bislang seien neun der elf einsatzfähige Züge betroffen, drei bereits repariert. MVG-Betriebsleiter Michael Richarz: »Die reparierten Räder werden laufen kontrolliert.« Sollten auch die neuen Gummikörper im Betrieb Schäden zeigen, »werden wir nicht zögern, die Fahrzeuge unsererseits dann so lange außer Betrieb zu nehmen, bis die Firma Stadler das Problem dauerhaft gelöst hat.«


Die MVG hat die Wagen wegen der fehlenden unbefristeten Zulassung noch nicht abgenommen. Derzeit sind die Bahnen auf Basis einer Gestattung zur vorläufigen Inbetriebnahme im Einsatz. Alle Auflagen, die einer dauerhaften Betriebsgenehmigung im Wege standen, seien abgearbeitet. Nun seien die Ursache des Serienschadens, dessen endgültiges Ausmaß und die Konsequenzen für die Zulassung »derzeit unbekannt«. Fest stehe aber, dass die MVG die für das Frühjahr angekündigten Taktverdichtungen im Tramverkehr weiter verschieben müsse.


Herbert König, Chef der MVG, sagte: »Wir sind bestürzt, dass es bei nagelneuen Zügen der Firma Stadler bereits Schäden gibt, die uns dazu zwingen, teure Fahrzeuge vorübergehend aus dem Betrieb zu nehmen.« Natürlich frage man sich in München, wo die Ursache »für den offenbar nicht zum ersten Mal auftretenden Schaden« liege. In einem kurzfristig anberaumten Gespräch mit der Stadler-Geschäftsleitung habe man deutlich gemacht, dass die MVG nicht bereit sei, weiter Verzögerungen bei der Zulassung der Bahnen hinzunehmen.


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