20.03.2016

Von: Peter Gebauer

MACHBARKEITSSTUDIE GIBT GRÜNES LICHT

HEAG: Switch auf Elektrobusse möglich

Die innerstädtischen Buslinien im südhessischen Darmstadt könnten komplett auf Elektrobetrieb umgestellt werden.


Hybridbus der Heag Mobilo auf dem Darmstädter Luisenplatz (Foto: Heag Mobilo)

Hybridbus der Heag Mobilo auf dem Darmstädter Luisenplatz (Foto: Heag Mobilo)


Das ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie, die das Darmstädter Verkehrsunternehmen Heag Mobilo in Zusammenarbeit mit der Verkehrs-Consult Dresden-Berlin (VCDB) erstellt hat. Die Studie »E-Bus Förderung Darmstadt« empfiehlt dazu den Einsatz von »Opportunity-Charging-Batteriebussen«, so genannten Gelegenheitsladern, die jeweils an den Wendepunkten der Linien über einen Stromabnehmer Energie tanken. »Mit einem solchen System könnten wir die fünf innerstädtischen Buslinien elektrisch betreiben«, stellt Heag Mobilo-Geschäftsführer Michael Dirmeier in Aussicht. Der Investitionsbedarf wird auf 18 Millionen Euro taxiert.

In der Systemuntersuchung habe sich das »Opportunity Charging« als das für Darmstadt am besten geeignete Antriebskonzept herausgestellt, denn je nach Strecken- und Einsatzcharakteristik werden hier Batteriekapazität und Nachladeleistung genau auf die betrieblichen Erfordernisse abgestimmt: Dadurch ist die Batterie im Fahrzeug nur so groß, wie sie für den jeweiligen Linieneinsatz benötigt wird. »Das bedeutet im Vergleich zu einem Übernacht-Ladesystem mehr Fahrgastkapazität«, erklärt Dirmeier.

Auch die Wiederaufnahme des klassischen O-Bus-Konzepts mit Oberleitung, das es von 1944 bis 1963 bei der Heag in Darmstadt schon einmal gab, wurde in die Systembetrachtung einbezogen, aber wegen der hohen Kosten für die Fahrleitung sowie der Auswirkungen auf das Stadtbild verworfen.

Investitionsbedarf 18 Millionen Euro

Die Lebensdauer eines Elektrobusses wird in der Studie auf 16 Jahre veranschlagt. Nach der Hälfte der Lebenszeit wird ein Batteriewechsel angenommen. Auf diese 16 Jahre betrachtet erfordert die Umstellung der fünf Linien auf Elektrobusbetrieb demnach eine Investition von etwa 18,2 Millionen Euro Darin enthalten sind die Kosten für Fahrzeuge, Energiespeicher, Ladeinfrastruktur, Werkstattausrüstung, Personalqualifizierung und Betriebskosten. Ist die Förderfähigkeit gegeben, könnte der Bund rund 50 Prozent der förderfähigen Kosten übernehmen. Die Studie dazu wurde vom Land Hessen gefördert.

 


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