SAAR-PFALZ-BUS (DB REGIO) DROHT AUS BIS 2019

SAAR: Private vertreiben Platzhirschen

Die Bahntochter Saar-Pfalz-Bus sehe nach den jüngsten Linienverlusten im Landkreis St. Wendel gegen das im Oktober 2014 neu gegründete Bieterkonsortium Saar-Mobil, bestehend aus fünf privaten Busunternehmen, die Gefahr des Verlusts ihrer letzten Linien bis 2019.


Ein Saar-Pfalz-Bus-Fahrzeug im Liniendienst in Kaiserslautern (Foto: DB/Uwe Miethe)

Ein Saar-Pfalz-Bus-Fahrzeug im Liniendienst in Kaiserslautern (Foto: DB/Uwe Miethe)


Diese Einschätzung gab der Betriebsratschef des Saar-Pfalz-Bus Reiner Kolb gegenüber der Saarbrücker-Zeitung ab. Nach dem jüngsten Verlust der Linienbündel im Kreis St. Wendel ab 2016 (der Rote Renner berichtete) deute sich auch ein Verlust aller Linien im Saar-Pfalz-Kreis bis 2019 an. Die offizielle Verkündung der Ergebnisse soll erst nach Ablauf der Zuschlagsfrist Ende August erfolgen, doch das Angebot des Konsortiums Saar-Mobil für die Linienbündel Saarpfalz-Kreis Nord, Saarpfalz-Kreis West und den Stadtbusverkehr St. Ingbert (Ingo) soll fünf Prozent unterhalb des Angebots der Bahntochter gelegen haben. Die Bahntochter Saar-Pfalz-Bus (274 Mitarbeiter) war zusammen mit ihrer hundertprozentigen Tochter Saar-Pfalz-Mobil aus Bexbach (110 Mitarbeiter) am Vergabeverfahren beteiligt. Mindestens 40 Fahrer beider Unternehmen sollen den Job verlieren. Zum Konsortium Saar-Mobil GmbH gehören die Unternehmen Aloys Baron (Großrosseln), Geschwister Bur Reisen (Kleinblittersdorf), Marianne Feld (Saarbrücken), Gassert Reisen (Blieskastel) und Lay Reisen On Tour (Püttlingen).

Im Landkreis St. Wendel erhielt das Konsortium Saar-Mobil im Juni 2015 den Zuschlag für die Linienbündel 2 und 3 für den Zeitraum 2016 bis einschließlich 2023 mit insgesamt 1,88 Millionen Fahrplankilometern jährlich zu einem Auftragswert von 4.897.538,66 Euro netto pro Jahr. Das Linienbündel 1 mit 1,25 Millionen Fahrplankilometern jährlich ging an den Stadtbus Zweibrücken. Die ebenfalls als zwei von vier Bietern beteiligten Bahntöchter gingen leer aus. Die letzten Linien könnten 2019 im Landkreis Merzig-Wadern verloren gehen.

Laut Reiner Kolb werde das Konsortium im Saarpfalz-Kreis wohl als neuer Platzhirsch auch bei folgenden Vergaben die Oberhand gewinnen. Unter anderem sehe er Saar-Mobil bei den Vergaben des Linienbündels Saarpfalz-Kreis Süd im Dezember 2016 und dem Homburger Stadtbusverkehr vorne, da es dort Synergieeffekte nutzen könne. Für viele DB-Busfahrer soll der Wechsel »deutliche Verschlechterungen« bedeuten, da die Privaten den ungünstigeren Tarifvertrag der Gewerkschaft öffentlicher Dienst und Dienstleistungen (GÖD) anwendeten.

Bei der Gründung des Zusammenschlusses Saar-Mobil sagte der Geschäftsführer Gisbert Hurth: »Jedes private Busunternehmen an der Saar ist zu klein, um die Linienbündel, die in Zukunft zur Ausschreibung kommen, alleine stemmen zu können.« Man wolle mit den anderen kleinen Privaten partnerschaftlich zusammenarbeiten und einen Großteil der Fahrleistungen weitergeben zu »kostengerechten Entgelten«.


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