SCHNELLLADUNG AN DEN ENDHALTESTELLEN

MÜNSTER: Linie komplett elektrisch

Fünf Citea Electric von VDL werden künftig in Münster die Linie 14 zu einer rein elektrisch betriebenen Verbindung machen.


Einer der Elektro-Citea auf dem Münsteraner Prinzipalmarkt ...

Einer der Elektro-Citea auf dem Münsteraner Prinzipalmarkt ...

... und an einer der Ladestationen (Fotos: Stadtwerke)

... und an einer der Ladestationen (Fotos: Stadtwerke)


Die Busse und die Ladestationen an den Endhaltestellen sind jetzt in Münster vorgestellt worden. Dirk Wernicke, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Münster, sprach von einem »neuen Kapitel im Nahverkehr«, das hier begonnen werde. Voraussichtlich im Mai sollen die Elektro-Citeas erstmals im Fahrgastbetrieb fahren. Eingesetzt werden sie auf der Linie 14 zwischen dem Stadtteil Mauritz und dem Allwetterzoo.


Anfangs sollen die neuen Busse nur zusätzlich zum Fahrplan unterwegs sein. Sie werden dann jeweils für Messungen zum Betriebshof zurückkehren. Nach den Sommerferien werden die E-Busse ganztägig nach Fahrplan eingesetzt. Ab 2016 ist ein Demonstrationsbetrieb vorgesehen. Dann werden alle fünf Citea täglich unterwegs sein und eine komplett elektrifzierte Linie bilden.


Im Regelbetrieb werden die Busse jeweils an den Endhaltestellen über eine auf dem Busdach und dem Wartehäuschen montierte Einrichtung nachgeladen. Hierzu wird per Koppelarm auf dem Dach der Wartehalle eine Steckverbindung hergestellt. Bei einer Ladeleistung von bis zu 500 Kilowatt reichen fünf bis zehn Minuten für die fast vollständige Aufladung der Batterien. Fahrgäste und Fahrer dürfen sich während des Ladevorgangs ohne Einschränkungen in Bus und Wartehalle bewegen.


Die Kapazität der Batterien von 86 Kilowattstunden ist so gewählt, dass die Busse problemlos Umleitungen fahren können. Theoretisch müssten die Busse nur bei jedem dritten Endstellen-Stopp nachgeladen werden. Getankt wird ausschließlich Ökostrom, die Ladestation auf dem Stadtwerke-Betriebshof wird sogar mit einer Fotovoltaikanlage und einer Speicherbatterie betrieben.


Fördergeld
für den ersten Bus und die Entwicklung der Ladetechnik gab es vom Bundesforschungsministerium über das Projekt »Schnellladesysteme für Elektrobusse im ÖPNV« (SEB). Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) beteiligte sich an den Kosten für die Infrastruktur an den Endhaltestellen. Das von der UITP koordinierte und von der EU geförderte Projekt »Zero Emission Urban Bus System« (Zeeus) steuerte einen Anteil zu den vier weiteren Bussen bei.


Letztlich mussten die Stadtwerke Münster für das Projekt noch 1,1 Millionen Euro aufbringen. Das entspricht etwa den Kosten für fünf konventionelle Dieselbusse. Dirk Wernicke sagte dazu, fünf Busse hätten die Stadtwerke im Zuge der »regelmäßigen Erneuerung unserer Busflotte ohnehin anschaffen müssen. So entstehen für uns keine Zusatzkosten.«


Kategorie: Betrieb, Technik, Top-News