KLEINE ZWISCHENBILANZ NACH DREI BATTERIEBUSSEN IM TEST

BONN: Grundsätzlich geeignet

Die Stadtwerke Bonn haben nach dem Test von drei rein elektrisch angetriebenen Bussen eine kleine Zwischenbilanz gezogen.


Jüngster Proband war der Bozankaya-Bus. Im Bild (von links): Fahrer Peter Salamon Carrion, SWB-Geschäftsführer Heinz Jürgen Reining und Projektleiterin Barbara Nick (Foto: SWB)

Jüngster Proband war der Bozankaya-Bus. Im Bild (von links): Fahrer Peter Salamon Carrion, SWB-Geschäftsführer Heinz Jürgen Reining und Projektleiterin Barbara Nick (Foto: SWB)


Ausgangspunkt der Praxistests, die in Kürze mit einem aus Polen stammenden E-Bus fortgesetzt werden sollen, ist eine Studie. Diese kam zu dem Ergebnis, dass das Netz der SWB Bus und Bahn für eine Komplettumstellung auf rein elektrisch betriebene Busse geeignet sei – mit Ausnahme der Linie zum Flughafen. Elektrobusse sollen dabei nach der Vorgabe des Unternehmens bei guten Fahreigenschaften und mit dem gewohnten Fahrkomfort in der Lage sein, die Kurslängen ohne Nachladen auf der Strecke zu bewältigen. Geladen werde sollte ausschließlich nachts auf dem Betriebshof.


SWB-Geschäftsführer Heinz Jürgen Reining sagte: »Elektrobusse fahren CO2-neutral, geräuscharm und damit umweltfreundlich.« In Bonn werden sie ausschließlich mit Ökostrom aus dem Angebot des Stadtwerke-Energiebereichs »betankt«. Reining sagte, E-Mobilität sei dem Unternehmen vertraut: »Unsere Bahnen fahren schon seit eh und je auf elektrischer Basis.« Eine mögliche Umstellung des Busbetriebs sei »eine große Herausforderung«, insbesondere mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit.


Der erste getestete Bus kam aus China von Build Your Dream (BYD). Der Wagen fuhr nicht im Linienverkehr, wurde aber auf einem Rundkurs von rund 1000 Fahrgästen getestet. Das Fahrzeug habe einen positiven Eindruck gemacht. Hohes Eigengewicht und die Platzierung der Batterien im Innenraum führten aber dazu, dass die Fahrgastkapazitäten zu gering waren.


Der zweite E-Bus vom niederländischen Hersteller Ebusco absolvierte die Linienfahrten auf der Linie 607 problemlos und erwies sich als sehr leise. Der positive Gesamteindruck habe allerdings ein wenig unter der »nicht gänzlich« überzeugenden Verarbeitung des Fahrzeugs gelitten.


Der überwiegend in Salzgitter montierte Bozankaya-Bus war bei 10,7 Meter Länge etwas kürzer als die anderen, überzeugte aber durch eine gute Aufteilung des Innenraums. Der Wagen habe einen »soliden und nahezu serienreifen« Eindruck hinterlassen: »Imponierend war der niedrige Energieverbrauch des Fahrzeugs.« Hier werden die SWB später noch eine Zwölf-Meter-Version unter die Lupe nehmen. 


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