AB MÄRZ 2015 PRODUKTION IN ANKARA

MAN: Neoplan-Werk Plauen schließt

MAN schließt das Plauener Neoplan-Werk. Ab März 2015 soll die Produktion von Reisebussen im Werk Ankara konzentriert werden.


Überholt: Kurzinfo zum Neoplan-Werk Plauen auf der MAN-Internetseite; Screenshot vom Dienstag, 20. Mai 2014, 18:15 Uhr

Überholt: Kurzinfo zum Neoplan-Werk Plauen auf der MAN-Internetseite; Screenshot vom Dienstag, 20. Mai 2014, 18:15 Uhr


In Plauen werden zurzeit Starliner, Cityliner und Jetliner gebaut. Die Reise- und Überlandbusse der Marke Neoplan werden ab dem kommenden Frühjahr im MAN-Werk Ankara produziert, das heute beispielsweise bereits den Neoplan Tourliner herstellt. Das türkische Werk war der erste ausländische MAN-Standort, Busse werden dort seit 1986 gebaut. Ankara verfügt nach MAN-Angaben über die weltweit modernste Anlage für kathodische Tauchlackierung.


Anders Nielsen,
CEO bei MAN Truck and Bus, sagte, es gebe keine Alternative zu der Produktionsverlagerung: »Das Produktionsnetzwerk muss effektiver gestaltet werden.« MAN sei sich der langen Neoplan-Tradition in Plauen bewusst. Ursprung des Werkes ist die Vogtländische Maschinenfabrik (Vomag) von 1895, seit 1919 werden hier Busse gebaut. 1990 begannen die Kooperation mit Gottlob Auwärter und der Bau des Neoplan Transliners. Ein Jahr später wurde Neoplan Omnibus Plauen gegründet, 2001 folgte die Übernahme durch MAN Nutzfahrzeuge.


Die Kernkompetenz des Werkes für Reisebusse der Premiumklasse besteht nach eigenen Angaben in der individuellen Ausgestaltung der Fahrzeuge mit höchstem Qualitätsanspruch. Allein die überdachte Produktionsfläche umfasst 20.000 Quadratmeter, das Werksgelände 71.000 Quadratmeter. Jüngste größere Investition ist der Bau einer neuen Lackiererei, für die 2013 der Grundstein gelegt wurde.


Die 420 von der Schließung betroffenen Plauener Mitarbeiter erhalten konzernintern das Angebot neuer Arbeitsplätze bei Volkswagen Sachsen in Zwickau. Aktuell gilt für alle Neoplan-Mitarbeiter in Plauen eine Arbeitsplatzgarantie bis 2016. Aus dem sächsischen Wirtschaftsministerium war spürbarer Unmut zu vernehmen: Der Freistaat habe sich mit erheblichen Fördermitteln für den Neoplan-Standort engagiert, MAN habe jedoch seine Zusagen nicht eingehalten. Nun prüfe man, ob die Fördermittel zurückgefordert werden können.


MAN Truck and Bus
verwies auf einen »historischen Tiefstand« des europäischen Busmarkts. Die schlechte Wirtschaftslage in wichtigen Zielmärkten und die geringe Nachfrage nach Bussen im Luxussegment machten es unmöglich, in Plauen wirtschaftlich zu produzieren. MAN hatte 2013 im Busbereich tiefrote Zahlen geschrieben. Trotz einer Steigerung der Produktion um acht Prozent oder 421 Busse wuchs der operative Verlust von 28 Millionen Euro im Jahr 2012 auf nunmehr 64 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2014 standen 24 Millionen Euro operativer Verlust in den Büchern (Vorjahr: 20 Millionen Minus).


Kategorie: Top-News, Technik, Betrieb