Wirtschaftsnachrichten für Personenverkehr
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   ( Foto: Deutsche Bahn AG / Axel Hartmann )
Wochenrückblick 2. KW 2022
H2-Bus-Betriebskosten zu hoch? – Neuer Bahnbeauftragter – Umsteigepotenzial Pkw-ÖPNV – Förderprogramme – digitaler Führerschein-Unterricht
Kaum eine Woche vergeht, ohne dass eine neue Studie zur Verkehrswende veröffentlicht wird. In einer Umfrage unter Haushalten durch KfW-Research ging es um die Umsteigebereitschaft vom Pkw auf den ÖPNV in Großstadt, Mittelstadt, Kleinstadt und Landgemeinde. Dabei wurde ein »substanzielles Potenzial« für eine Verlagerung festgestellt, doch um dieses ausschöpfen zu können, seien »differenzierte Ansätze für Stadt und Land« notwendig.
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Die aktuelle Bundesregierung möchte laut Koalitionsvertrag erstmals mehr in die Schiene als in die Straße investieren – die Bahn soll nämlich einen großen Beitrag zur Verkehrswende leisten. Dazu wurde das Amt des Beauftragten der Bundesregierung für den Schienenverkehr in der vorhergehenden Legislaturperiode eingerichtet. Bundesverkehrsminister Volker Wissing hat in dieser Woche seinen parlamentarischen Staatssekretär Michael Theurer zum neuen Bahnbeauftragten – und damit zum Nachfolger von Enak Ferlemann – nominiert, der durch das Kabinett bestätigt wurde.
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Für eine Verkehrswende braucht es natürlich auch das entsprechende Fahrpersonal. Daher ist es gut, dass das Bundesverkehrsministerium die Fahrerlaubnis-Verordnung dahingehend ändern möchte, dass Fahrschulen der digitale Theorieunterricht erlaubt werden soll, dies allerdings nur in begründeten Ausnahmefällen. Die zuständigen Verbände des Verkehrsgewerbes zeigten sich enttäuscht, dass digitaler Theorieunterricht nur in Corona-Zeiten möglich sein soll. Der BDO etwa erklärte: »Die digitale Führerscheinausbildung muss über die Pandemiezeit hinaus möglich sein. Der Fahrermangel ist nicht coronabedingt.«
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Was die Antriebswende angeht, so hat sich die südfranzösische Metropolregion Montpellier zunächst gegen Brennstoffzellenbusse entschieden. Stattdessen möchte man sein Bustram-Netz mit rund 50 Batteriebussen betreiben. Diese seien nicht nur günstiger in der Anschaffung, vor allem die Betriebskosten seien ausschlaggebend, sie seien sechsmal so hoch wie für den Strom-Betrieb: 0,15 Euro stünden 0,95 Euro Betriebskosten pro Kilometer gegenüber. Ab 2030 könnte man noch einmal schauen, ob Wasserstoff billiger sei, sagte Regionspräsident Delafosse.
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Ebenfalls vielbeachtet war diese Woche die Meldung zum Buslinien-Vergabestreit im Landkreis Görlitz. Der Kreistag des Landkreises Görlitz hat seine Entscheidung, das Busliniennetz mit insgesamt 7,43 Millionen Nutzwagenkilometern im Landkreis an die DB Regio Bus Ost zu vergeben, am Montag, 10. Januar, aufgehoben. Die KVG Dreiländereck hatte wegen eines zu niedrigen Angebotspreises einen Nachprüfungsantrag gestellt. Ohne weitere Details zu nennen, teilte der Landkreis mit, dass DB Regio die Bindefrist ihres Angebots nicht verlängert habe – daher die Aufhebung der Vergabeentscheidung. Der Landrat wurde gleichzeitig ermächtigt, abhängig vom weiteren Verlauf des Nachprüfungsverfahrens, die Lose 1 bis 3 im Verhandlungsverfahren an den jeweils günstigsten Bieter zu vergeben.
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Darüber hinaus wurde diese Woche die Einrichtung eines neuen und die Fortführung eines bereits bestehenden Förderprogramms gemeldet. Im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein eigenes Förderprogramm für Unternehmen, Kommunen und kommunale Unternehmen bei Investitionen in nachhaltige Mobilität eingerichtet, den Investitionskredit »Nachhaltige Mobilität«.
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Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) unterstützt auch im Jahr 2022 den Einbau von Abbiegeassistenten mit 9,25 Millionen Euro. Ab dem 21. Januar können neue Anträge für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen und Busse mit mindestens neun Sitzplätzen gestellt werden.
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Das Kraftfahrt-Bundesamt hat die Bus-Zulassungszahlen für Dezember 2021 veröffentlicht, sodass ein Vergleich zu den Vorjahren möglich wurde. Nach einem Minus von 1,9 Prozent im November kommen die Neuzulassungen für Omnibusse im Jahr 2021 auf ein Plus von 0,8 Prozent = 52 Busse. Das reicht noch nicht, um an die Zahlen von 2019 heranzukommen. Es fehlen noch 190 Fahrzeuge. Das ist aber kein Wunder bei dem extrem eingebrochenen Reisebusmarkt.
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Von: Sebastian Glinski
Veröffentlicht am: 14.01.2022
Kategorien: Aus aller Welt
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