DARMSTADT: HISTORISCHE DAMPF-STRASSENBAHN

Die Arbeitsgemeinschaft Historische Heag-Fahrzeuge im Eisenbahnmuseum in Darmstadt-Kranichstein lässt am Sonntag, dem 11. September, die französische Besatzungszeit im besetzten Rheinland nach dem Ersten Weltkrieg wieder lebendig werden. Darsteller einer Laienschauspielgruppe verkleiden sich an diesem Tag als französische Soldaten und erinnern die Fahrgäste der Historischen Dampfstraßenbahn »Feuriger Elias« an die Zeit, als das kleine Städtchen Griesheim von 1918 bis 1930 letzter Grenzort der französischen Besatzungszone im Mainzer Brückenkopf war und Fahrgäste in der Dampfstraßenbahn auf dem Weg in die Nachbarstadt Darmstadt an der Demarkationslinie zwischen dem besetzten und dem unbesetzten Teil Deutschlands Zollkontrollen über sich ergehen lassen mussten. Der »Feurige Elias« ist die einzige noch regelmäßig fahrende Dampfstraßenbahn Deutschlands. Sie absolvierte ihre Jungfernfahrt 1886 und feiert dieses Jahr 130-jähriges Jubiläum. Ihre Fahrten sind regelmäßig ein Highlight in Südhessen. Der »Feurige Elias« fährt wieder am 28. August und an allen Sonntagen im September. Die Einzelfahrt kostet 2,50 Euro für Erwachsene und 1,50 Euro für Kinder. Unser Bild zeigt die Laienschauspielgruppe bei der Überführung einer Schmugglerin, die Fahrgäste schauen interessiert zu. (Foto: Peter Gebauer)

Ein Konzentrations- und Verdrängungswettbewerb wird als Folge einer Liberalisierung des ÖPNV-Marktes erwartet.
Ein Konzentrations- und Verdrängungswettbewerb wird als Folge einer Liberalisierung des ÖPNV-Marktes erwartet.
GUTACHTEN SIEHT STRUKTUR BEDROHT
25.08.2016

BAYERN: Private Unternehmen als Verlierer

In seinem »LBO-Parlaments-Express« weist der Landesverband Bayerischer Omnibusunternehmen (LBO) auf ein ÖPNV-Gutachten für Bayern hin.



Das Gutachten wurde vom Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung erstellt. Als Verlierer eines Ausschreibungswettbewerbs im ÖPNV hat das ÖPNV-Gutachten die privaten Verkehrsunternehmer ausgemacht, schreibt der Landesverband Bayerischer Omnibusunternehmen (LBO). Der Landesverband betont: »Das Gutachten macht deutlich, dass die Anwendung der Mittelstandsklauseln im Nahverkehr für den Erhalt der mittelständischen Verkehrswirtschaft und eines kostengünstigen ÖPNV unverzichtbar sind.«

Der LBO zitiert aus der Zusammenfassung des ÖPNV-Gutachtens, wonach eine Liberalisierung des ÖPNV-Marktes in den kommenden Jahren in Bayern dazu führen werde, dass »mit dem Eindringen neuer Marktteilnehmer ein starker Konzentrations- und Verdrängungswettbewerb stattfinden wird.« Nach Einschätzung des Gutachtens würden dann »einige wenige Leistungsanbieter den wesentlichen Marktanteil bestimmen« und »kleine und mittelständische Unternehmen zu Nischenanbietern (Zubringerfunktion)«. Die »derzeit bestehende polypolitische Angebotsstruktur« drohe dadurch verloren zu gehen, heißt es im ÖPNV-Gutachten der KPMG weiter.

Um zumindest teilweise gegenzusteuern und ihre Nachteile in Sachen Grüße auszugleichen, könnten die Unternehmen Kooperationen – Bietergemeinschaft, Einkaufs- und Werkstatt- sowie Reparaturkooperationen – eingehen. Die Aufgabenträger hingegen könnten »durch ein transparentes Ausschreibungsverfahren und die Ermittlung von Kostenrichtwerten zur Identifikation von Dumping-Angeboten Chancengleichheit« sicherstellen, heißt es im Gutachten weiter.

Von: Thomas Burgert

Nah-VG-Vorsitzender Axel Schad sowie die Nah-VG-Vertreter Detlef Gummersbach und André Haucke bei ihrem Treffen mit Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (Foto: Nah-VG)
Nah-VG-Vorsitzender Axel Schad sowie die Nah-VG-Vertreter Detlef Gummersbach und André Haucke bei ihrem Treffen mit Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (Foto: Nah-VG)
WEITERE ZUSPITZUNG DER SITUATION IN HAMM
24.08.2016

NAH-VG: Breitenbach-Antrag unseriös

Für die Hammer Nahverkehrsgesellschaft (Nah-VG) ist der Antrag des Busunternehmens Breitenbach auf eigenwirtschaftlichen Verkehr der 80 Stadtwerke-Buslinien »unseriös«.



Das zumindest ist die Auffassung von Axel Schad, dem Vorsitzenden der Nah-VG. »Der Antrag der Firma Breitenbach ist unserer Auffassung nach unseriös«, erklärt die Nah-VG in einer aktuellen Pressemitteilung zu den Entwicklungen in Hamm.

Die Verkehrsleistung der Stadtwerke habe aktuell einen Zuschussbedarf von rund fünf Millionen Euro. Da es sich bei der Firma Breitenbach um ein mittelständisches Unternehmen handle, »ist anzuzweifeln, dass ein solches Unternehmen in der Lage sein wird, über einen Zeitraum von zehn Jahren diese Verkehrsleistung ohne Zuschuss finanzieren zu können«, schreibt die Nah-VG.  Das Unternehmen Breitenbach müsse »enorme Einsparungen vornehmen, um den gesamten Nahverkehr bewältigen zu können. Dies wirkt sich zwangsläufig auf das Personal aus«. Das Einkommen der Mitarbeiter werde deutlich niedriger liegen als heute.

Nah-VG-Vorsitzender Axel Schad sowie die Nah-VG-Vertreter Detlef Gummersbach und André Haucke hatten sich Ende vergangener Woche mit Hamms Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) getroffen, um über den eigenwirtschaftlichen Antrag des Unternehmens Breitenbach und seine möglichen Folgen zu sprechen. Die Pressemitteilung wurde nach diesem Gespräch verfasst.

Die Übernahme des jetzigen Personals der Verkehrsbetriebe »erscheint uns unwahrscheinlich«, schreibt die Nah-VG weiter. »Wir hegen begründete Zweifel daran, dass die Firma Breitenbach die bisherigen Mitarbeiter übernehmen wird, da sich ein Antrag auf eigenwirtschaftlichen Verkehr nur dann rechnen kann, wenn die Beschäftigten unterhalb des derzeit bestehenden Tarifniveaus entlohnt werden

Sollte Breitenbach den Zuschlag für die Konzessionen der 80 Stadtwerke-Buslinien erhalten, müsse der Verkehrsbetrieb der Stadtwerke abgewickelt werden. Wenn das Personal entlassen, die Busse verkauft und das Know-how der Mitarbeiter weg sei, »dann wird der Stadt Hamm der Gestaltungsspielraum genommen«, so die Nah-VG. Ein eigenes kommunales Unternehmen habe zum Beispiel auch den Vorzug, bei Bedarf Sonderwünsche erfüllen zu können. Als Beispiel nannte Schad hier Fahrten bei großen Stadtfesten.

Von: Peter Gebauer

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