DACHL-TREFFEN: BUSVERBÄNDE BÜNDELN INTERESSEN

Die Präsidenten und Geschäftsführer der Busverbände aus Deutschland (BDO), Österreich (WKO, Fachverband Bus), der Schweiz (ASTAG/Car Tourisme Suisse) und Luxemburg (FLEAA) trafen sich in Bern zum traditionellen Jahresmeeting (DACHL). Das traditionell im August stattfindende Treffen der deutschsprachigen Busverbände fand auf dem Berner Hausberg Gurten statt und war geprägt von Diskussionen rund um den Abbau von bürokratischen Hürden für Busunternehmen. Das DACHL-Treffen einigte sich auf verschiedene Aktivitäten unter dem Dach der IRU. Insbesondere gelte es, im Rahmen des ambitionierten Verkehr-Reformpaketes der EU (Road Initiative) die Interessen der Busbranche geltend zu machen. Die DACHL-Mitglieder Jos Sales (Luxemburg, Mitglied des IRU-Präsidiums) und Christiane Leonard (Vizepräsidentin des IRU-Personentransportausschusses) stellen hierbei wichtige Bindeglieder zur IRU in Brüssel und Genf dar. Gegenwärtig steht die Realisierung einer branchengerechten und arbeitnehmerfreundlichen Regelung der Lenk- und Ruhezeiten für Busfahrer im Fokus. Diese soll im Rahmen des Gesetzespaketes Road Initiative implementiert werden. (Foto: BDO)

Nah-VG-Vorsitzender Axel Schad sowie die Nah-VG-Vertreter Detlef Gummersbach und André Haucke bei ihrem Treffen mit Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (Foto: Nah-VG)
Nah-VG-Vorsitzender Axel Schad sowie die Nah-VG-Vertreter Detlef Gummersbach und André Haucke bei ihrem Treffen mit Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (Foto: Nah-VG)
WEITERE ZUSPITZUNG DER SITUATION IN HAMM
24.08.2016

NAH-VG: Breitenbach-Antrag unseriös

Für die Hammer Nahverkehrsgesellschaft (Nah-VG) ist der Antrag des Busunternehmens Breitenbach auf eigenwirtschaftlichen Verkehr der 80 Stadtwerke-Buslinien »unseriös«.



Das zumindest ist die Auffassung von Axel Schad, dem Vorsitzenden der Nah-VG. »Der Antrag der Firma Breitenbach ist unserer Auffassung nach unseriös«, erklärt die Nah-VG in einer aktuellen Pressemitteilung zu den Entwicklungen in Hamm.

Die Verkehrsleistung der Stadtwerke habe aktuell einen Zuschussbedarf von rund fünf Millionen Euro. Da es sich bei der Firma Breitenbach um ein mittelständisches Unternehmen handle, »ist anzuzweifeln, dass ein solches Unternehmen in der Lage sein wird, über einen Zeitraum von zehn Jahren diese Verkehrsleistung ohne Zuschuss finanzieren zu können«, schreibt die Nah-VG.  Das Unternehmen Breitenbach müsse »enorme Einsparungen vornehmen, um den gesamten Nahverkehr bewältigen zu können. Dies wirkt sich zwangsläufig auf das Personal aus«. Das Einkommen der Mitarbeiter werde deutlich niedriger liegen als heute.

Nah-VG-Vorsitzender Axel Schad sowie die Nah-VG-Vertreter Detlef Gummersbach und André Haucke hatten sich Ende vergangener Woche mit Hamms Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) getroffen, um über den eigenwirtschaftlichen Antrag des Unternehmens Breitenbach und seine möglichen Folgen zu sprechen. Die Pressemitteilung wurde nach diesem Gespräch verfasst.

Die Übernahme des jetzigen Personals der Verkehrsbetriebe »erscheint uns unwahrscheinlich«, schreibt die Nah-VG weiter. »Wir hegen begründete Zweifel daran, dass die Firma Breitenbach die bisherigen Mitarbeiter übernehmen wird, da sich ein Antrag auf eigenwirtschaftlichen Verkehr nur dann rechnen kann, wenn die Beschäftigten unterhalb des derzeit bestehenden Tarifniveaus entlohnt werden

Sollte Breitenbach den Zuschlag für die Konzessionen der 80 Stadtwerke-Buslinien erhalten, müsse der Verkehrsbetrieb der Stadtwerke abgewickelt werden. Wenn das Personal entlassen, die Busse verkauft und das Know-how der Mitarbeiter weg sei, »dann wird der Stadt Hamm der Gestaltungsspielraum genommen«, so die Nah-VG. Ein eigenes kommunales Unternehmen habe zum Beispiel auch den Vorzug, bei Bedarf Sonderwünsche erfüllen zu können. Als Beispiel nannte Schad hier Fahrten bei großen Stadtfesten.

Von: Peter Gebauer

Der VCÖ sieht Potenzial für Carsharing auch in der Fläche.
Der VCÖ sieht Potenzial für Carsharing auch in der Fläche.
MOBILITÄT IM LÄNDLICHEN RAUM
23.08.2016

VCÖ: Potenzial von Carsharing unterschätzt

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) hat die Mobilität im Land untersucht, Potenziale sieht er in der Kombination ÖPNV mit Carsharing und Fahrradverkehr.



Von 124 regionalen Zentren in Österreich haben laut dem Verkehrsclub Österreich (VCÖ) zwölf keine Bahnverbindung. Der VCÖ hat in seiner Publikation »Nachhaltige Mobilität für regionale Zentren« im Detail auch die kleineren regionalen Zentren mit weniger als 20.000 Einwohnern unter die Lupe genommen. Eine sehr wichtige Rolle spielt hier bei der Mobilität der Busverkehr. Immerhin 72 regionale Zentren verfügen über zehn oder mehr Buslinien, 21 davon verfügen über 20 oder mehr Buslinien, so die VCÖ-Publikation. Darüber hinaus bieten 55 regionale Zentren einen eigenen Stadtverkehr mit regelmäßigen Verbindungen an.

Insgesamt 39 regionale Zentren verfügen über so genannte »Mikro-ÖV Systeme«, das sind Gemeindebusse oder Anrufsammeltaxis. Diese Bedarfsverkehre sollen Ergänzung zum regionalen Bahn- und Busverkehr sein. Unterschätzt werde laut VCÖ das Potenzial von Carsharing in regionalen Zentren. »Carsharing ist für die Regionen mindestens so gut geeignet wie für große Städte. Einzig die Organisationsform ist eine andere«, betont VCÖ-Experte Gansterer. Jedes dritte regionale Zentrum (34) verfüge bereits über ein Carsharing-Angebot, allein in Niederösterreich gebe es in zehn regionalen Zentren E-Carsharing. In den Regionen gebe es besonders viele Zweitautos. Diese werden im Schnitt nur 8500 Kilometer pro Jahr gefahren und sind weniger als eine Stunde pro Tag im Einsatz.

In Österreichs 124 regionalen Zentren leben knapp 1,5 Millionen Menschen, 915.000 Menschen arbeiten hier, davon pendeln 560.000 aus dem Umland ein, macht der VCÖ aufmerksam. Weitere 150.000 Schüler sowie Lehrlinge und Studierende pendeln ebenfalls in die regionalen Zentren ein. »Ziel muss sein, dass alle regionalen Zentren gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Es braucht bundesweit eine Mindestfrequenz an Linienverkehren, die von bedarfsorientierten Angeboten ergänzt werden«, betont VCÖ-Experte Markus Gansterer.

Deutlich umweltfreundlicher könne die Mobilität in der Region durch die verbesserte Kombination Öffentlicher Verkehr und Fahrrad werden. Die öffentlichen Verkehrsunternehmen sollten in Zusammenarbeit mit den Gemeinden verstärkt auf eine gute Erreichbarkeit der Bahnhöfe mit dem Fahrrad achten und ausreichend Rad-Abstellplätze anbieten, schlägt der VCÖ vor.

Von: Thomas Burgert

Entscheider des ÖPNV und SPNV lesen den Roten Renner - Wirtschaftsnachrichten für ÖPNV-Unternehmen

  • Mo - Fr ab 6 Uhr kompakt aufbereitete Nachrichten aus dem Personennahverkehr
  • lesen als Newsletter, Online oder als PDF zum Ausdrucken.
  • Bequem mobil lesen mit Smartphone und Tablet, dank Bildschirmanpassung keine App notwendig.
  • Tägliche Informationen aus ÖPNV, SPNV, Omnibus-Touristik.
  • Wochenrückblick samstags: Wichtigste News der Woche.
  • Die Entwicklung im Blick: mit der Archiv-Suche und Querverweisen auf frühere Artikel erschließen sich Ihnen alle Hintergründe.
  • Klartext, geschrieben von Journalisten, die ihr Handwerk verstehen und kennen.


Weitere News zum öffentlichem Personenverkehr:

  • Aktuelle Ausschreibungen und Vergaben.
  • Neuigkeiten aus dem Handelsregister und in Insolvenzverfahren.
  • Berichte von den wichtigsten Veranstaltungen der ÖPNV-/SPNV-Branche.

 

Anmelden und sofort 4 Wochen zur Probe lesen

  • Nur angemeldete Nutzer haben Zugang zum kompletten Angebot des Roten Renners!
  • Fünfmal wöchentlich erhalten Sie den exklusiven Abo-Newsletter!
  • Ein Abonnement können Sie direkt und einfach online bestellen!
  • Mehrere Abos in Ihrem Unternehmen: Ab dem 2. Abo bereits 86% günstiger.
  • Bei Nichtgefallen innnerhalb der ersten 4 Wochen kündbar - formlose Mail oder Anruf genügen.