RSV: NEUE KARTE UND NEUE ECHTZEIT-APP

Die Reutlinger Stadtverkehrsgesellschaft (RSV) führt ab März eine neue Plus-Karte (Eigenschreibweise: »+k@arte«) sowie eine Fahrplan-App mit Echtzeitinformation ein. Die RSV hat in den vergangenen Monaten ihre komplette Betriebsleit-, Funk-, Informations-, und Vertriebstechnik erneuert. Die Karte funktioniert kontaktlos und ist gegen eine Gebühr von zwei Euro erhältlich. Mit der Karte kann neben dem ermäßigten RSV-Einzelsparschein auch das im Bus angebotene Fahrscheinsortiment gekauft werden. Zudem bietet die RSV ihren Kunden eine umfassende Fahrplaninformation in Echtzeit an, die die Fahrgäste zunächst in der RSV-App mit dem Smartphone abrufen können. Weitere neue Fahrgastanzeiger werden ab April am ZOB und an den wesentlichen Haltestellen in Reutlingen installiert und dann ebenfalls mit Echtzeitinformationen versorgt. Das Bild zeigt (von links): Mark Hogenmüller, technischer Geschäftsführer der RSV und Bernd Kugel, Leiter Marketing, Abrechnung und Kasse. (Foto: RSV)

Will kämpfen: Eberhard Schlienz, Geschäftsführer der Schlienz Omnibus GmbH & Co. KG in Esslingen (Foto: Schlienz)
Will kämpfen: Eberhard Schlienz, Geschäftsführer der Schlienz Omnibus GmbH & Co. KG in Esslingen (Foto: Schlienz)
PRIVATE BEWERBER WIDERSPRECHEN VERGEBE
26.02.2017

ESSLINGEN: Existenzielle Frage

Die privaten Bewerber um den Busverkehr in Esslingen haben Widerspruch gegen die Ablehnung ihrer eigenwirtschaftlichen Anträge eingereicht.



Dabei handelt es sich um den gemeinsamen Antrag der Omnibusunternehmen Schlienz und Fischle sowie die Anträge des ebenfalls in Esslingen ansässigen Busunternehmens Schefenacker und der Firma Omnibus Ruoff aus Waiblingen. Jetzt muss das Regierungspräsidium Stuttgart (RP) zunächst über die vorgebrachten Argumente der Busunternehmer entscheiden. Dann teilt das RP den Unternehmen seine Auffassung in einem Widerspruchsbescheid mit. Ist einer oder sind mehrere Antragsteller nicht mit der Haltung des RP einverstanden, steht ihnen der Weg einer Klage am Verwaltungsgericht Stuttgart frei.

Eberhard Schlienz, Geschäftsführer des gleichnamigen Busunternehmens, zeigte sich auf Nachfrage der Esslinger Zeitung fest entschlossen, zu kämpfen: »Für uns ist das eine existenzielle Frage«. Es gehe um das nackte Überleben seines Betriebs mit rund 60 Mitarbeitern und 30 Bussen. »Wir schauen, was zu machen ist, und werden ausschöpfen, was geht«, sagte Schlienz der Zeitung. Dabei schloss er nicht aus, notfalls bis vor das Verwaltungsgericht zu ziehen.

Zusammen mit der Firma Fischle habe er  mehrere unterschiedliche und sehr umfangreiche Anträge zum Stadtverkehr beim RP eingereicht, sagte Schlienz der Zeitung. »Das Leistungsangebot darin übersteigt bei Weitem das, was bislang in Esslingen angeboten wird. Wir waren sicher, dass wir eine Konzession bekommen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das Regierungspräsidium das so deutlich ablehnt.« Bei der Firma Fischle wollte man sich auf Nachfrage der Zeitung nicht äußern, auch vom Busunternehmen Schefenacker und von Omnibus Ruoff sei bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu bekommen gewesen.

Bei der Stadt sei man derweil gelassen. »Wir sind zuversichtlich, dass das Widerspruchsverfahren im Sinne der Stadt ausgeht«, sagte Sprecher Roland Karpentier der Zeitung. Ziel sei es nach wie vor, wie bisher den Busverkehr in städtischer Regie zu führen, aber knapp 50 Prozent davon an mittelständische Unternehmen zu vergeben. Allerdings dränge die Zeit: Die aktuelle Konzession gilt nur bis Juni 2018.

Eine Option, gemeinsam mit den Busunternehmen anzutreten, hatte die Stadt im Vorfeld nach Recherchen der Esslinger Zeitung offenbar abgelehnt: Schlienz und Fischle hatten demnach vorgeschlagen, eine gemeinsame Stadtverkehrsgesellschaft zu gründen und sich über diese für den Busverkehr zu bewerben. Doch in den städtischen Gremien habe man sich auf das aktuelle Vorgehen geeinigt, sagte Stadtsprecher Karpentier auf Nachfrage.

Von: Peter Gebauer

Der VDA warnt davor, Dieselfahrzeuge grundsätzlich in Frage zu stellen.
Der VDA warnt davor, Dieselfahrzeuge grundsätzlich in Frage zu stellen.
DIESELFAHRVERBOT STUTTGART
24.02.2017

VDA: Intelligentere Maßnahmen möglich

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat ab 2018 für Stuttgart temporäre Fahrverbote für Dieselfahrzeuge beschlossen, was auch auf Kritik stößt.



»Um die Luftqualität in den Städten zu verbessern, gibt es intelligentere und schneller wirkende Maßnahmen als temporäre oder gar dauerhafte Verkehrsbeschränkungen für einen Großteil der Diesel-Pkw im Bestand«, kommentierte der Verband der Automobilindustrie (VDA) den Beschluss der baden-württembergischen Landesregierung, in Stuttgart an Tagen mit Feinstaubalarm nur noch Dieselautos nach Abgasnorm Euro 6 in den betroffenen Straßen zu erlauben. Der VDA nennt eine Verbesserung des Verkehrsflusses und der Stauvermeidung als sinnvollere und wirksamere Mittel. Solche Maßnahmen seien kurzfristig umsetzbar. Zudem sollten Busse und Taxis im städtischen Verkehr durch modernste Fahrzeuge ersetzt werden, schlägt der VDA vor.

Der VDA weist geleichzeitig darauf hin, dass in Stuttgart die motorischen Feinstaubemissionen des Verkehrs laut Umweltbundesamt sogar nur zu vier Prozent des Gesamtaufkommens beitragen. Mit der Marktdurchdringung von Euro 6-Fahrzeugen gingen die Schadstoffemissionen auch ohne politische Eingriffe auf der Straße zurück, stellt der VDA fest. Es sei auch klimapolitisch völlig verkehrt, den Diesel grundsätzlich in Frage zu stellen, da er in seiner CO2-Effizienz dem Benziner deutlich überlegen und daher notwendig ist, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

Ebenfalls kritisch – wenn auch aus gänzlich anderen Gründen – setzt sich »Blaue Plakette/Green-Zones«, das die Website Blaue-Plakette.de unterhält, mit der Entscheidung in Stuttgart auseinander. Der Beschluss sei lobenswert, die Umsetzung bleibt unklar, sagte Geschäftsführer Michael Kroehnert. Denn nun komme auf Stuttgart das Problem zu, wie man einfahrberechtigte Fahrzeuge überhaupt kontrollieren will, wenn keine Kennzeichnung der Fahrzeuge zur Verfügung steht. Eine solche Kennzeichnung, eben die Blaue Plakette, für deren Einführung Green Zones eintritt, aber werde unter anderem von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) verhindert. Kroehnert zog daher folgendes Fazit: »Eine Kontrolle des ruhenden Verkehrs ohne eine entsprechende Plakette am Fahrzeug, kann so gut wie nicht erfolgen. Und eine wirklich effiziente Kontrolle des fließenden Verkehrs zur Überwachung eines Fahrverbotes für schadstoffreiche Fahrzeuge ohne Blaue Plakette wird kaum wahrscheinlicher sein, als eine totale Sonnenfinsternis über Stuttgart.«

Von: Thomas Burgert

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