NORDBAHN: BOTSCHAFTER FÜR 400 JAHRE GLÜCKSTADT

Am Donnerstag, 12. Januar, präsentierten Nordbahn-Geschäftsführer Nis Nissen (links), Schleswig-Holsteins Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit und Technologie, Reinhard Meyer, und die Bürgermeisterin der Stadt Glückstadt, Manja Biel, am Bahnsteig in Glückstadt eine Nordbahn, welche mit Jubiläumslogo zur 400-Jahr-Feier der Stadt für die Feierlichkeiten 2017 werben soll. Im Jubiläumslogo findet sich die Glücksgöttin Fortuna, die auch das Stadtwappen ziert. Die zahlreichen Veranstaltungen im Rahmen der Feierlichkeiten verteilen sich auf vier Kategorien (zum Beispiel Sport), denen die vier im Logo verwendeten Farben Blau, Gelb, Grün und Magenta zugeordnet sind. Die Jubiläumsbahn wurde mit Elbwasser aus farblich passenden Eimern getauft. »Unsere Züge werden zu rollenden Botschaftern des Stadtjubiläums«, sagte Nordbahn-Geschäftsführer Nis Nissen. Doch die Nordbahn wirbt nicht nur, sondern macht auch mit. Auf ausgewählten Zufahrten von und nach Hamburg soll es Aktionen geben: »Vielfalt malt sich« (März), »Wussten Sie schon …?« (Mai), »Yoga auf Reisen« (Juni/Juli) und Chorgesang durch den Shanty-Chor »De Molenkieker« plus Matjeshäppchen (September). (Foto: Nordbahn)

Olaf Lies hat ein neues Förderprogramm für Landesbuslinien vorgestellt. (Foto: SPD/ Thiemo Jentsch)
Olaf Lies hat ein neues Förderprogramm für Landesbuslinien vorgestellt. (Foto: SPD/ Thiemo Jentsch)
SCHNELLE LANDESBUSLINIEN GEPLANT
16.01.2017

N’SACHSEN: Neues Förderprogramm vorgestellt

Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies hat ein neues Förderprogramm für Landesbuslinien vorgestellt, die erste Linie könnte bereits im Mai starten.



Niedersachsen hat ein neues Förderprogramm für Landesbuslinien aufgelegt. Schnelle Buslinien sollen dort ÖPNV-Verbindungen für die Mittelzentren schaffen, wo es an Schienenstrecken fehlt. Das Land stellt hierfür bis zu zehn Millionen Euro jährlich zur Verfügung, teilte Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) am Montag, 16. Januar, in Hannover mit. Man habe bereits 35 mögliche Strecken untersucht. Andere Verbindungen sind laut Minister Lies »aber ebenfalls möglich«. Ab sofort können Förderanträge beim Land gestellt werden, sagte Lies weiter. Förderfähig sind insbesondere Linien, die Mittelzentren ohne Schienenanschluss an Oberzentren, beziehungsweise an Bahnhaltepunkte anbinden, Lücken im Schienennetz schließen, Verknüpfungen von Fährverbindungen herstellen sowie Orte von regionaler oder touristischer Bedeutung anbinden. Die neuen Linien dürfen keine Konkurrenz zu bereits bestehenden Nahverkehrsangeboten darstellen. Möglich sei eine Förderung allerdings auch bei einer »deutlichen Aufwertung bestehender Schnellbusangebote«.

Die Linien müssen Qualitätsstandards erfüllen: Sie müssen mindestens im Stundentakt verkehren, die Busse müssen an allen Wochentagen von 6 bis 23 Uhr im Einsatz sein, es muss sich um schnelle Verbindungen handeln (etwa doppelt so schnell wie der Normal-Busverkehr) und es soll sich um direkte Linien mit Anschlussmöglichkeiten handeln. Die Busse müssen über Klimaanlage, WLAN-Anschluss, komfortable und sichere Überlandbestuhlung sowie über einen barrierefreien Einstieg verfügen. Das Land werde einen Zuschuss je Streckenkilometer gewähren und damit in der Regel mindestens die Hälfte des jährlichen Zuschussbedarfes der zusätzlichen Verkehrsleistungen für die Landesbuslinien übernehmen, hieß es aus dem Verkehrsministerium.

Die erste Landesbuslinie könnte – vorbehaltlich der Prüfung des Förderantrags – bereits im Mai eröffnet werden. Es handelt sich nach Aussagen des Verkehrsministeriums um die Linie zwischen Westerstede und Oldenburg, wo mit Hilfe der Landesförderung eine bereits bestehende Busverbindung deutlich aufgewertet werden soll. Konkrete Überlegungen gebe es auch für Busverbindungen zwischen Duderstadt und Göttingen sowie zwischen Helmstedt und Wolfsburg. Geprüft werde eine Antragsstellung auf Förderung als Landesbuslinie auch auf den Strecken Bad Laer-Bad Iburg-Georgsmarienhütte-Osnabrück, Bad Essen-Osnabrück sowie Worpswede-Bremen.

Der Städte- und Gemeindebund sieht die geplanten Landesbuslinien positiv, berichtete der Norddeutsche Rundfunk. Auch der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) begrüßte das Förderprogramm grundsätzlich, doch hegt man dort Zweifel am Erfolg der geplanten Landesbuslinien. »Ob das wirklich der Renner wird, wage ich zu bezweifeln« zitiert der NDR auf seiner Online-Nachrichtenseite den GVN-Geschäftsführer Michael Kaiser. Beim GVN befürchtet man Mitnahmeeffekte durch das Förderprogramm, indem bereits bestehende Linien aufgewertet würden, um so die Fördergelder zu bekommen.

Von: Thomas Burgert

Hier kommt auch am Montag kein Bus. Haltestelle am Darmstädter Schloss. (Foto: Peter Gebauer)
Hier kommt auch am Montag kein Bus. Haltestelle am Darmstädter Schloss. (Foto: Peter Gebauer)
VERDI LEHNT GESPRÄCHSANGEBOT DES LHO AB
15.01.2017

VERDI: Busstreiks auch am Montag

Verdi bestreikt den privaten Busverkehr in Hessen auch am Montag.



Die Verlängerung des Streiks ist die Antwort der Gewerkschaft auf ein neues Angebot des Landesverbandes Hessischer Omnibusunternehmer (LHO). Der Verband kündigte zwar einen möglichen neuen Verhandlungstermin an, das aber reicht der Gewerkschaft nicht. »Es ist wieder kein neues Angebot damit verbunden. Lapidar wird von einem neuen Vorschlag geschrieben, wie die Arbeitsbedingungen und die Vergütung des Personals verbessert werden könnte. Das ist den Kollegen aber viel zu vage. Sie fühlen sich verschaukelt. Seit Tagen fordern sie ein neues, konkretes Angebot, das durch Zahlen unterlegt ist. Was vom Verband kommt, ist immer wieder heiße Luft. Was sollen sie denn verhandeln, wenn es keine neuen Zahlen gibt? Deshalb haben sie beschlossen, zunächst bis einschließlich Montag weiter zu streiken«, schimpft Verdi-Verhandlungsführer Ronald Laubrock.

Der LHO hat Verdi nach eigenen Angaben konkrete Terminvorschläge für den Zeitraum vom 18. bis 20. Januar vorgelegt. Die Busunternehmer möchten dazu neue Überlegungen mit an den Verhandlungstisch bringen. »Wir sind bereit, in einem Verhandlungstermin einen neuen Vorschlag zu unterbreiten, wie die Arbeitsbedingungen und die Vergütung des Personals verbessert werden könnten«, erklärte LHO-Geschäftsführer Volker Tuchan am Freitag in Gießen. »Wir müssen miteinander Gespräche führen, nicht übereinander reden oder aneinander vorbei. Hessens Busunternehmer haben ein großes Interesse daran, eine schnelle und für alle Beteiligten faire Lösung im Tarifkonflikt zu finden.« Wer den Beruf der Busfahrer attraktiver machen wolle, könne dies »nur durch Gespräche am Verhandlungstisch über realistische Wege in die Zukunft«. Statt ihre Kampfbereitschaft zu betonen und Fahrgäste durch eine »unnötige Eskalation des Tarifkonflikts« tagelang in der Winterkälte stehen zu lassen, sollte Verdi »die gemeinsamen Interessen ins Blickfeld rücken und Interesse an einer tragfähigen Lösung signalisieren«.

Busunternehmer bringen konkrete Vorschläge

Auch der LHO wolle die Rahmenbedingungen für Fahrer im ÖPNV verbessern, teilt der Verband dazu auf seiner Internetseite mit. Busfahrer seien gefragte Beschäftigte. Deshalb hätten die Arbeitgebervertreter des LHO in den aktuellen Tarifverhandlungen bereits ein ganzes »Paket an Vorschlägen« präsentiert, die in den kommenden zwei Jahren mit einer Gesamterhöhung der Lohnkosten um rund sechs Prozent verbunden wären.

Weiter Solidaritätsstreiks in Darmstadt

Im südhessischen Darmstadt haben auch die Straßenbahnfahrer ihren Solidaritätsstreik über das Wochenende fortgesetzt. Das Nahverkehrsunternehmen Heag Mobilo hatte am Freitag zwar noch kurzfristig angekündigt, dass einige Straßenbahnfahrer doch fahren wollten. Das war aber vor der Entscheidung von Verdi, den Streik bis Montag auszudehnen.

Einsetzung eines Schlichters?

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) hat die streitenden Tarifpartner gemahnt, mehr für eine Lösung zu tun. RMV-Geschäftsführer Kurt Rignat erinnerte am Freitag an seinen Vorschlag, einen Schlichter einzubinden. Dafür sprach sich auch der Hessische Verkehrsminister Tarek al-Wazir (Grüne) im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau aus. »Ich glaube, dass es im Interesse von allen wäre, wenn die Tarifparteien sich schnellstmöglich wieder an einen Tisch setzen.«

Von: Peter Gebauer

Entscheider des ÖPNV und SPNV lesen den Roten Renner - Wirtschaftsnachrichten für ÖPNV-Unternehmen

  • Mo - Fr ab 6 Uhr kompakt aufbereitete Nachrichten aus dem Personennahverkehr
  • lesen als Newsletter, Online oder als PDF zum Ausdrucken.
  • Bequem mobil lesen mit Smartphone und Tablet, dank Bildschirmanpassung keine App notwendig.
  • Tägliche Informationen aus ÖPNV, SPNV, Omnibus-Touristik.
  • Wochenrückblick samstags: Wichtigste News der Woche.
  • Die Entwicklung im Blick: mit der Archiv-Suche und Querverweisen auf frühere Artikel erschließen sich Ihnen alle Hintergründe.
  • Klartext, geschrieben von Journalisten, die ihr Handwerk verstehen und kennen.


Weitere News zum öffentlichem Personenverkehr:

  • Aktuelle Ausschreibungen und Vergaben.
  • Neuigkeiten aus dem Handelsregister und in Insolvenzverfahren.
  • Berichte von den wichtigsten Veranstaltungen der ÖPNV-/SPNV-Branche.

 

Anmelden und sofort 4 Wochen zur Probe lesen

  • Nur angemeldete Nutzer haben Zugang zum kompletten Angebot des Roten Renners!
  • Fünfmal wöchentlich erhalten Sie den exklusiven Abo-Newsletter!
  • Ein Abonnement können Sie direkt und einfach online bestellen!
  • Mehrere Abos in Ihrem Unternehmen: Ab dem 2. Abo bereits 86% günstiger.
  • Bei Nichtgefallen innnerhalb der ersten 4 Wochen kündbar - formlose Mail oder Anruf genügen.