11.10.2017

Von: Peter Gebauer

Ein Un-Ding

Die Digitalisierung ist in vollem Gange. Sie betrifft uns alle – und sorgt für einen tiefgreifenden Wandel in jedem Lebensbereich. Die digitale Transformation eröffnet dabei große Chancen für mehr Lebensqualität, revolutionäre Geschäftsmodelle und effizienteres Wirtschaften – das war jetzt nicht von mir. So steht es auf der Internetseite des Wirtschaftsministeriums. Geht aber ein Unternehmen den Weg der Digitalisierung, so wie jetzt der Donau-Iller-Nahverkehrsverbund – abgekürzt DING –, kann es passieren, dass es sich schwere Vorwürfe gefallen lassen muss.



Weil der Verkehrsverbund ein veraltetes Ticket-System zum Jahresende auslaufen lässt und ein neues Handy-Ticket-System einführt, hagelt es Kritik von vielen Seiten. Der Vorwurf: Der Verbund setze rücksichtslos auf Digitalisierung! Das stimmt so aber nicht. Liest man sich die Erklärungen auf der Internetseite des Verbundes durch, sieht man schnell, dass auch Rücksicht auf Menschen genommen wird, die das neue Angebot nicht nutzen können – oder wollen. Die Kritiker waren wohl etwas zu voreilig und nicht gut informiert, dafür aber umso lauter. Eigentlich ein Un-Ding.

Die Stadtwerke Ulm/Neu Ulm sind Mitglied im Verbund und reagieren jetzt genau richtig. Sie bieten Sprechstunden an, in denen sich interessierte Kunden bei Mitarbeitern über das künftige Ticket-Angebot informieren können. Das ist der beste Weg, um Sorgen oder gar Ängste aus dem Weg zu räumen: Man redet miteinander. Dann ist das alles gar kein so großes Ding, im DING.

Peter Gebauer


Kategorie: Editorial