19.09.2017

Von: Thomas Burgert

AMT MIT SOFORTIGER WIRKUNG NIEDERGELEGT

BDO: Steinbrück nicht mehr Präsident

Mit sofortiger Wirkung hat Wolfgang Steinbrück am 19. September sein Amt als Präsident des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) niedergelegt.


Wolfgang Steinbrück hat sein Amt als BDO-Präsident niedergelegt. (Foto: BDO)

Wolfgang Steinbrück hat sein Amt als BDO-Präsident niedergelegt. (Foto: BDO)


Wolfgang Steinbrück habe mit diesem Schritt auf die drohende Insolvenz seines Unternehmens reagiert, teilte der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) in einer Erklärung mit. Vorstand und Hauptgeschäftsführung des BDO bedauern darin den Entschluss und beklagen die Umstände, die zu dieser Entscheidung führten. Die verbandspolitischen Aufgaben werden durch die Vizepräsidenten des BDO fortgeführt. Vizepräsidenten sind Ralf Weltersbach (zweiter Vorsitzender NWO) und Karl Hülsmann (Fachvereinigungsvorsitzender Omnibus und Touristik GVN). Hülsmann folgte im September 2016 auf die bisherige Vizepräsidentin Gisela Volz.

Stellvertretend für den gesamten Vorstand brachte BDO-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard das Bedauern über den Umbruch an der Spitze des Verbandes zum Ausdruck und verwies auch kritisch auf die Umstände, die diesen Schritt nun notwendig gemacht haben. »Ich bedauere es sehr, dass Wolfgang Steinbrück seine engagierte Arbeit als Verbandspräsident und Sprachrohr der privaten Busunternehmer in Deutschland beendet«, sagte Leonard zu der Entwicklung und fügte hinzu: »Er war in den zurückliegenden Jahren mit seinem Engagement sowie seiner Ausstrahlung ein hervorragender Fürsprecher und Vertreter für die Branche.«

Grund für den Schritt von Wolfgang Steinbrück sind ausstehende Zahlungen an den familiengeführten Traditionsbetrieb. Die Abläufe im thüringischen Gotha stehen dabei laut BDO »stellvertretend für eine aktuelle Tendenz im Busverkehr in Deutschland, bei der gesunde privatwirtschaftliche Unternehmen grundlos vom Markt gedrängt und gut funktionierende Strukturen vor Ort zerstört werden«. Oftmals sei damit auf Seiten von Städten und Gemeinden das Ziel verbunden, den Wettbewerb vor Ort zu unterbinden und öffentliche Unternehmen in eigener Hand mit Aufträgen zu versorgen.

Wolfgang Steinbrück war seit 2005 Präsident des BDO und hat die inhaltliche Ausrichtung des Verbands in dieser Zeit maßgeblich geprägt und weiterentwickelt. Er gehörte zuvor bereits seit 1993 zum Vorstand des Verbands. Im Jahr 2003 wurde Steinbrück das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland am Bande verliehen.

Wie der Verband Mitteldeutscher Omnibusunternehmer (MDO) mitteilt, habe Wolfgang Steinbrück bereits am Vortag sein Amt als MDO-Vorsitzender niedergelegt. Er wird im MDO durch die beiden Stellvertreter Lutz König und Matthias Höring vertreten. Am 8. November 2017 erfolgt turnusgemäß eine Neuwahl des MDO-Vorstandes im Rahmen der Mitgliederversammlung zum Mitteldeutschen Omnibustag in Halle. MDO-Geschäftsführer Tilman Wagenknecht sagte: »Aus unserer Sicht sind die Verdienste von Herrn Steinbrück für seine 27 Jahre dauernde ehrenamtliche Tätigkeit für die Omnibusbranche und insbesondere für Thüringen enorm.«

Auch der Präsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Jürgen Fenske, ließ den Rücktritt des BDO-Präsidenten nicht unkommentiert: »Wolfgang Steinbrück und mich verbindet eine jahrelange, intensive und äußert kollegiale Zusammenarbeit in der Nahverkehrsbranche. Ich kann und will die Ereignisse, die dazu geführt haben, dass er sich zu diesem Schritt gezwungen sieht, aus der Distanz nicht beurteilen. Aber ich kenne und schätze den Menschen und Unternehmer Wolfgang Steinbrück als fairen und aufrechten Verhandlungspartner und danke ihm für die gemeinsame, erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre und wünsche ihm die nötige Kraft für die anstehenden Herausforderungen.«


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