16.07.2017

Von: Peter Gebauer

Unter Beobachtung

Jetzt ist es amtlich. Die Unterschriften unter den Verträgen sind inzwischen getrocknet. Am Freitag haben die Oberbürgermeister von Essen und Mülheim die Verträge zur Fusion ihrer beiden Verkehrsunternehmen zur Ruhrbahn besiegelt.



Beide sprachen von einem »historischen Moment«. Mit den erwarteten 150 Millionen Fahrgästen im Jahr wird die neue Ruhrbahn ab September zum größten Nahverkehrsunternehmen im Ruhrgebiet und rückt im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) größenmäßig auf den zweiten Platz vor.

Ganz so euphorisch wie die beiden Oberbürgermeister sind nicht alle Beobachter an der Ruhr. Der ehemalige Evag-Vorstand Wolfgang Meyer hatte noch kurz vor der Vertragsunterzeichnung erhebliche Bedenken geäußert – nicht unbedingt die feine englische Art, gegen den alten Arbeitgeber nachzutreten. Aber wer weiß: Vielleicht sind Meyers Sorgen ja berechtigt. Die Verantwortlichen der Ruhrbahn, namentlich die Doppelspitze aus Uwe Bonan und Michael Feller, werden zeigen müssen, dass der Zusammenschluss der richtige Weg war. Die Ruhrbahn sollte nicht schon auf den ersten Metern ins Schlingern geraten. Insofern steht das neue Verkehrsunternehmen quasi mit Geburt unter besonderer Beobachtung: Nicht nur von der Politik und der Bevölkerung, sondern auch von Verantwortungsträgern anderer Verkehrsunternehmen. Denn Fusionen sind auch für andere kommunale Betriebe immer eine Option.

Peter Gebauer


Kategorie: Editorial