14.07.2017

Von: Peter Gebauer

TARIFABSCHLUSS MACHT NEUEINSTELLUNGEN UNABDINGBAR

DB: 3.000 Neueinstellungen bis Januar

Die Bahn muss bis Januar mindestens 3.000 zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Über 50 Prozent der Konzernbeschäftigten haben beim neuen Tarifmodell zusätzlichen Urlaub gewählt statt einer höheren Vergütung.


Lieber Freizeit statt mehr Geld. Die Mehrheit der Bahnmitarbeiter macht davon beim neuen Tarifmodell Gebrauch. (Foto: Peter Freitag/pixelio.de)

Lieber Freizeit statt mehr Geld. Die Mehrheit der Bahnmitarbeiter macht davon beim neuen Tarifmodell Gebrauch. (Foto: Peter Freitag/pixelio.de)


In der jüngsten Tarifauseinandersetzung mit der Deutschen Bahn war erstmals das EVG-Wahlmodell vereinbart worden, das den Mitgliedern die Möglichkeit gibt, selbst zu entscheiden, ob sie ab dem 1. Januar 2018 lieber weitere 2,6 Prozent mehr Geld, zusätzliche sechs Tage Urlaub oder eine Stunde Arbeitszeitverkürzung haben wollen. Die entsprechende Abfrage endete am 30. Juni, wie die Gewerkschaft mitteilt. »Dass sich mehr als jeder Zweite bei der Deutschen Bahn für sechs Tage zusätzlichen Urlaub und nicht für eine weitere Lohnerhöhung ab dem 1. Januar entschieden hat, ist ein starkes Signal. Das unterstreicht noch einmal, dass das innovative EVG-Wahlmodell der richtige Weg ist. Unsere Kollegen wollen selber entscheiden, was für sie gerade richtig ist. Und das ist nicht immer Geld«, sagt dazu die stellvertretende EVG-Vorsitzende Regina Rusch-Ziemba.

Insgesamt haben sich nach Angaben der EVG 56 Prozent der Befragten für mehr Urlaub und gut 42 Prozent für mehr Geld entschieden
. Die Möglichkeit der Arbeitszeitverkürzung wurde kaum gewählt. »Arbeitszeitverkürzung führt häufig zu noch mehr Überstunden, tarifvertraglich vereinbarter Urlaub muss hingegen gewährt werden«, so die stellvertretende EVG-Vorsitzende. »Das Votum der Beschäftigten ist eine deutliche Entscheidung für mehr freie selbstbestimmte Zeit«, stellte sie fest.

Es sei nun am Arbeitgeber, die notwendigen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung des EVG-Wahlmodells zu schaffen. »Schon während der Tarifverhandlungen war klar, dass dies nicht ohne Neueinstellungen geht. Mehr Urlaub darf schließlich nicht zu Mehrbelastungen innerhalb der Belegschaft führen. Das werden wir nicht zulassen«, so Regina Rusch-Ziemba.

»Wir werden in den nächsten Monaten sehr genau beobachten, was da passiert und stehen hier in engem Kontakt mit unseren Betriebsräten«, machte Regina Rusch-Ziemba deutlich. Jetzt sei es am Bahnkonzern, die Verpflichtungen, die sie mit dem Tarifabschluss mit der EVG eingegangen sei, vertragsgetreu umzusetzen. »Und das heißt, dass bis zum 1. Januar 2018 rund 3.000 Neueinstellungen erfolgen müssen«, stellte Regina Rusch-Ziemba fest.


Kategorie: Top-News, Bahn, Recht & Politik