20.03.2017

Von: Peter Gebauer

DRUCK AUF TARIFVERHANDLUNGEN

VERDI: Streiks im Norden

Die Gewerkschaft Verdi bestreikt den öffentlichen Personennahverkehr in Schleswig-Holstein.



Am Montag wurden der Stadtverkehr Lübeck und der SWN-Verkehr in Neumünster ab Betriebsbeginn bestreikt. Für Dienstag sind die Beschäftigten der Kieler Verkehrsgesellschaft und von Aktiv Bus Flensburg zum Ausstand aufgefordert. Ausgenommen sind an beiden Streiktagen die Auszubildenden.

Wie die Gewerkschaft dazu mitteilt, finden die Warnstreiks wegen der aus Gewerkschaftssicht »stockenden Verhandlungen« zum Tarifvertrag Nahverkehr statt. Verhandlungspartner der Gewerkschaft ist der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV). »Wir hatten den Entgelttarifvertrag Mitte November letzten Jahres gekündigt«, berichtet Gerhard Mette, Verhandlungsführer von Verdi. »Auch nach drei Verhandlungsrunden liegt uns kein verhandlungsfähiges Angebot vor«, sagt der Gewerkschaftsfunktionär. Das letzte Angebot der Arbeitgeber für eine Erhöhung um 2,2 Prozent bei einer Laufzeit des Tarifvertrages über zwölf Monate bezeichnete die Gewerkschaft als »inakzeptabel«.

»Nach internationalen Maßstäben sind viele der Beschäftigten in Verkehrsunternehmen sogenannte Niedriglöhner«, sagt Mette. »Diese Beschäftigtengruppe braucht allein 3,7 Prozent mehr im Portemonnaie, um die augenblickliche Preissteigerungsrate auszugleichen. Allein schon der ungebremste Anstieg der Mieten trifft diese Beschäftigten hart. Durch Arbeitsverdichtung, Prozessoptimierung bzw. die Anforderungen des Verkehrs wird ihnen ständig mehr abverlangt. Deshalb braucht es den von uns geforderten Ausgleich.«

Die Gewerkschaftsforderung von Verdi lautet vor diesem Hintergrund: 145 Euro im Volumen mehr. »In den letzten zwei Wochen haben wir mit unseren Kollegen die Tarifverhandlungen besprochen. Unsere Mitglieder sind empört über die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber. Wir bedauern, dass die Fahrgäste durch die Blockadehaltung der Arbeitgeber Unannehmlichkeiten haben werden und informieren deshalb frühzeitig, um den Fahrgästen eine andere Planung zu ermöglichen«, sagt Mette.


Kategorie: Betrieb, Top-News