22.02.2012
Kategorie: Betrieb, Top-News
Von: Frank Schliffke

Lübeck: Vier Stunden Stillstand

Der Betriebsrat hat die Mitarbeiter des Stadtverkehrs Lübeck und der Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft zu einer außerordentlichen Betriebsversammlung eingeladen.


Die Mitarbeiter des Stadtverkehrs sehen mit Skepsis in die Zukunft (Foto: SL)

Die Mitarbeiter des Stadtverkehrs sehen mit Skepsis in die Zukunft (Foto: SL)


Der Stadtverkehr Lübeck und die Tochter Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft (LVG) haben dazu angekündigt, dass der Busverkehr am Donnerstag zwischen 8 und 12 Uhr eingestellt wird. Hintergrund der Versammlung ist eine Entscheidung, die das Stadtparlament, die Bürgerschaft, am Donnerstag treffen will.


Um in die Metropolregion Hamburg aufgenommen zu werden, habe die Stadt dem Landkreis Herzogtum Lauenburg eine Ausgleichszahlung zugesagt. Diese soll 177.000 Euro im laufenden Jahr und ab 2013 380.000 Euro betragen. Dieses Geld soll durch Einsparungen beim Stadtverkehr gewonnen werden. Dazu will die Stadt einen Teil der Kommunalisierungsmittel nutzen, die man vom Land für den Busverkehr erhält.


Verdi-Sprecherin Silvia Reichert sagte gegenüber lokalen Medien, bislang bestehe eine Zusage der Bürgerschaft, diese Mittel ungekürzt an den Stadtverkehr weiterzugeben. Dieses Versprechen sei nun in Gefahr. Das könne und wolle die Gewerkschaft nicht zulassen. Seit 2003 werde beim Stadtverkehr ein »harter Sanierungskurs« beschritten, der mit Kürzungen im Linienverkehr verbunden sei. Die Betriebsversammlung diene nach Angaben beider Betriebsräte dazu, »die Beschäftigten über die Sachlage zu informieren«.