EURO VI: In Ulm, um Ulm und um Ulm herum

Es ist nicht nur der erste Euro-VI-betriebene Linienbus der Marke Mercedes-Benz, der demnächst seinen Dienst im Neu-Ulmer und Ulmer Stadtverkehr verrichten wird, sondern gleichzeitig auch der erste Citaro-Linienbus, der mit einer serienmäßigen Euro-VI-Motorisierung im Landkreis Neu-Ulm und darüber hinaus im DING-Gebiet (Donau-Iller-Nahverkehrsverbund) im täglichen Linienbetrieb unterwegs sein wird. Am 18. Juni 2013 hat Horst Hartmann, Leiter Vertrieb Mercedes-Benz Omnibusse Region Süd (links), den umweltfreundlichen Linienbus im Beisein von Gerold Noerenberg, Oberbürgermeister der Stadt Neu-Ulm, an Dr. Sandra Schnarrenberger, Geschäftsführerin des Gairing Omnibusverkehrs, übergeben (Foto: Daimler)

VDV-Präsident Jürgen Fenske bei seiner verkehrspolitischen Rede während der VDV-Jahrestagung 2013 in Mainz (Foto: Frank Schliffke)
VDV-Präsident Jürgen Fenske bei seiner verkehrspolitischen Rede während der VDV-Jahrestagung 2013 in Mainz (Foto: Frank Schliffke)
19.06.2013

FENSKE: Regionalisierungsmittel für den Bus?

Jürgen Fenske, Präsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen, hat in seiner verkehrspolitischen Rede bei der VDV-Jahrestagung die Idee vorgetragen, in der Fläche Regionalisierungsmittel für Buslinien zu nutzen.



Er sagte, ein einfaches »Weiter so« in der ÖPNV-Politik werde die Probleme nicht lösen: »Das können wir uns nicht erlauben.« Also müsse auch über neue Konzepte nachgedacht werden. Den größten Teil seiner Rede widmete Fenske aber den Fragen der künftigen Finanzierung des ÖPNV und des Erhalts der Infrastruktur, nicht zuletzt mit Blick auf die kommende Bundestagswahl (siehe gesonderter Bericht). In der noch laufenden Legislaturperiode erwarte er schon wegen der nur noch wenigen verbleibenden Sitzungstage keine besonderen Entwicklungen oder Fortschritte mehr.


Fenske erinnerte daran, dass aus Sicht des Verbandes der ÖPNV die Lösungskompetenz in Fragen der Mobilität habe. Das zeige in der Praxis die Erweiterung der Vertriebskanäle ebenso wie die Einbeziehung anderer Verkehrsträger. Beachtet werden müsse zudem, dass die ÖPNV-Unternehmen durch eine Steigerung ihrer Wirtschaftlichkeit die öffentlichen Haushalte entlasteten. Er müsse aber andererseits feststellen, dass »die deutsche Infrastruktur« nicht mehr in der weltweiten Spitzengruppe zu finden sei.


»Wir verzehren die Infrastruktur«, sagte Fenske. Wenn der Verkehr irgendwann stillstehe, weil die Infrastruktur ausfalle, seien aber die Verkehrsunternehmen »die bösen Buben«. Das wolle er nun gar nicht. Immerhin, sagte der VDV-Präsident weiter, zögen der Verband und die Verkehrspolitik an einem Strang und in dieselbe Richtung. Allerdings sei das Tempo nicht immer identisch.

Malu Dreyer setzte einen Schwerpunkt beim SPNV (Foto: RLP/MSDAG/Elisa Biscotti)
Malu Dreyer setzte einen Schwerpunkt beim SPNV (Foto: RLP/MSDAG/Elisa Biscotti)
19.06.2013

DREYER: Basis für Erfolg

Eine gute Verkehrsinfrastruktur ist nach Ansicht der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer Basis sowohl für wirtschaftlichen Erfolg als auch für Wohlstand.



Frau Dreyer sagte in ihrer Tischrede beim Festabend während der Jahrestagung des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) im Mainz, Rheinland-Pfalz setze auf eine Politik, die die Mobilität aller Menschen flächendeckend, umweltverträglich, sozialverträglich und barrierefrei gewährleiste. Dabei gelte es, die unterschiedlichen Verkehrssystem intelligent miteinander zu kombinieren.


Das gut ausgebaute und dichte Verkehrsnetz des Landes müsse fit gemacht werden für die Zukunft. Einen Schwerpunkt dabei bilde der Ausbau des ÖPNV und hier wiederum ganz besonders des schienengebundenen Regionalverkehrs. Unter dem Titel »ÖPNV-Konzept Rheinland-Pfalz-Nord« seien Schienenzweckverband, Verkehrsverbünde und lokale ÖPNV-Aufgabenträger aufgerufen, das Busnetz im Norden des Landes neu zu konzipieren. Frau Dreyer sagte: »Speziell in den ländlichen Gebieten soll der Rufbus dabei eine immer größere Bedeutung bekommen.«

19.06.2013

HAUPTSTÄDTE: Fernbus Bonn–Berlin

Unter dem Titel »Berlin-Köln-Express« startet am 5. Juli 2013 eine neue Fernbusverbindung aus der alten Hauptstadt Bonn über Köln in die neue Hauptstadt Berlin.



Je nach Quelle bezeichnet sich der Betrieb mal als erste Express-Busverbindung zwischen den beiden Städten, mal als schnellste Busverbindung. Gefahren wird mit einem Bus, der jeweils freitags und sonntags um 7.30 in Bonn und um 8 Uhr in Köln startet, im 14 Uhr in Berlin am Bahnhof Zoo ankommt. Eine Stunde später geht es zurück, Ankunftszeiten sind 22 und 22.30 Uhr.


Gehalten wird nur für einen Zwischenstopp zum Fahrerwechsel jeweils im Bereich Hannover. Hierfür sind zehn Minuten vorgesehen. Der Fahrplan erscheint sportlich, liegen doch zwischen der Abfahrt in Köln und dem Ziel in Berlin 570 Kilometer, die in sechs Stunden zurückgelegt werden sollen. Knapp gehalten ist auch der Tarif. Eine Fahrkarte kostet 29,90 Euro. Für Erwachsene, Kinder, Tiere, ohne jeden Rabatt.


Kaufen kann man die Tickets nur im Vorverkauf, exklusiv bei »Fahrtenfuchs.de« telefonisch und über das Internet. Fahrtenfuchs.de bezeichnet sich selbst als Buchungsportal für alle Fernbuslinien und »Online-Buchungsplattform für Mitfahrgelegenheiten im Reisebus«. In der Branche wird gemunkelt, dass Fahrtenbuch.de selbst die Buslinie anbietet, um eine Referenz für das eigene Online-Buchungssystem zu erhalten.


Weiter heißt es im Branchenplausch, die Busse kämen von Univers aus Bonn und würden für die Fahrten gemietet. Die Fahrer verkaufen keine Fahrkarten, wohl aber »Getränke und teils auch Snacks«. »Erkennen« sollen die Fahrgäste die Wagen jedenfalls an Schildern in Front- und Seitenscheibe. Gelobt werden Sicherheit, Service und Komfort. Reisebegleiter (»Stewards«) sind allerdings ebensowenig an Bord wie Steckdosen und WLAN.


Fahrtenfuchs
ist eine in Berlin ansässige GmbH mit den Geschäftsführern Julian Hauck, Bastian Porzner und Johannes Thunert. Gegründet wurde das Unternehmen im November 2012. Ausweislich der Internetseite stecken in der Gründung Fördermittel es europäischen Sozialfonds (EFS), des Programmes Exist, des Bundeswirtschaftsministeriums und der Europäischen Union. Berlin-Köln-Express ist eine haftungsbeschränkte UG in Gründung, die (noch) keinen Verantwortlichen benennt.

Entscheider der Branche lesen den Roten Renner 

  • Kompakt und online den relevanten Stand der Dinge erfahren.
  • Wichtigen Themen für den ÖPNV und den Omnibus.
  • Klartext, geschrieben von Journalisten, die ihr Handwerk verstehen und kennen.


Der Rote Renner berichtet täglich: Aktuell und kompetent

  • Die aktuellen Topmeldungen aus der Branche.
  • kompetent recherchierte und professionell aufbereitete Nachrichten.
  • Berichte und Interviews rund um den Omnibus und den Öffentlichen Personenverkehr.
  • Aktuelle Ausschreibungen und Vergaben.
  • Neuigkeiten aus dem Handelsregister und in Insolvenzverfahren.
  • Berichte von den wichtigsten Veranstaltungen der Branche.
  • Das umfangreiche Archiv mit seiner Suchfunktion erschließt Hintergründe.

 

Abonnieren Sie noch heute!

  • Angemeldete Nutzer haben Zugang zum kompletten Angebot des Roten Renners!
  • Fünfmal wöchentlich erhalten Sie den exklusiven Abo-Newsletter!
  • Ein Abonnement können Sie direkt und einfach online bestellen