DB REGIO BUS BAWÜ: AUS FÜNF MACH EINS

Die fünf baden-württembergischen DB Regio Busgesellschaften Regiobus Stuttgart (RBS), Rhein-Neckar-Bus (BRN), Südbadenbus (SBG), Südwestbus (RVS) und Friedrich Müller Omnibusunternehmen (FMO) schließen sich zusammen und treten künftig als DB Regio Bus Region Baden-Württemberg mit Hauptsitz in Karlsruhe auf. Mit 15 Niederlassungen und 16 Kunden- oder Servicecentern bleibe man dennoch flächendeckend präsent. Manfred Hovenjürgen, Vorsitzender der Regionalleitung, DB Regio Bus Baden-Württemberg, sagte: »Der Grund für die Reorganisation liegt in der geänderten Marktsituation, die uns vor neue Herausforderungen stellt. So werden wir den unterschiedlichen Anforderungen unserer Aufgabenträger – von der Teilnahme an Vergabeverfahren bis hin zur Entwicklung von Verkehrskonzepten in eigenwirtschaftlichen Märkten - professionell gerecht.« Mit 2100 Bussen, 1000 eigenen und 1100 Bussen im Auftrag fahrender mittelständischer Busunternehmen, werden jährlich 90 Millionen Fahrplankilometer gefahren und 140 Millionen Fahrgäste befördert. Das Bild zeigt die DB Regio Bus Baden-Württemberg Regionalleitung (von links): Heike Scharrelmann (Leiterin Personal), Christoph Landwehr (Leiter Produktion), Manfred Hovenjürgen (Vorsitzender der Regionalleitung), Simone Stahl (Leiterin Marketing) und Christian Hertel (Leiter Finanzen) (Foto: Deutsche Bahn AG)

EINZELHANDEL SCHALTET SICH IN BUSSTREIT EIN
23.05.2016

PFORZHEIM: Streikwelle existenzbedrohend

In den Konflikt um die Zukunft des Stadtverkehrs Pforzheim (SVP) hat sich jetzt auch der Einzelhandelsverband der Stadt eingeschaltet. Die Händler fürchten um ihre Existenz.



»Die Situation ist eine absolute Katastrophe. Die Kundenfrequenz fehlt komplett«, ärgert sich der Seniorchef eines Sportgeschäfts im Gespräch mit der Pforzheimer Zeitung. Ein Gastwirt hält die Situation inzwischen gar für »definitiv existenzbedrohend«. Der Pforzheimer Einzelhandelssprecher Horst Lenk berichtete in einer Presseerklärung von »dramatischen Umsatzrückgängen von bis zu 20 Prozent« und drängt auf eine schnelle Lösung des Streits.

Wirrwarr um Abmahnungen

Gewerkschaft und Stadtverkehr geben sich indes weiter gegenseitig die Schuld für die Eskalation des Konflikts. Derzeit herrscht ein Wirrwarr um die Abmahnungen für 40 Busfahrer des Stadtverkehrs. Eine Meldung der Gewerkschaft Verdi, wonach die Abmahnungen zurückgenommen worden wären, entpuppte sich nach Aussagen des SVP als eine Ente. Verdi hatte Verhandlungsführer Rudolf Hausmann in einer Pressemitteilung zur angeblichen Rücknahme der Abmahnungen mit den Worten zitiert: »Endlich ein erstes Zeichen, dass Vernunft bei der SVP einkehrt. Gegen das von der Verfassung garantierte Recht auf Arbeitskampf wäre das auch ein Anschlag auf das Grundgesetz gewesen.«

Wie der Rote Renner bereits berichtete, hatten rund 40 Busfahrer der SVP ihre Busse in der vergangenen Woche einfach an Haltestellen abgestellt und stehen gelassen. Verdi hatte zu dieser ungewöhnlichen Streik-Aktion aufgerufen. Die Gewerkschaft kämpft vehement gegen die Bedingungen der Abwicklung der SVP. Nico Langemeyer, kaufmännischer Leiter der SVP, hatte die beteiligten Busfahrer daraufhin abgemahnt. Verdi hatte nun mitgeteilt, dass SVP-Geschäftsführer Joachim Zimmermann diese Abmahnungen wieder zurückgenommen habe. Das indes entspricht nicht den Tatsachen.

Auf Nachfrage der Pforzheimer Zeitung hat SVP-Prokurist Nico Langemeyer per E-Mail der Darstellung der Gewerkschaft widersprochen: Die Mitteilung stelle »einen bewussten Versuch der Irreführung dar. Wie angekündigt haben wir die Abmahnungen nochmals geprüft und sind zu dem Schluss gekommen, dass alle davon rechtens sind. Zudem behalten wir uns weiterhin vor, Strafanzeige gegen die betroffenen Mitarbeiter zu stellen.« Die Aufrechterhaltung der Abmahnungen hat inzwischen auch SVP-Chef Joachim Zimmermann bestätigt. Es bleibe dabei, da bei der Streik-Aktion Haltestellen blockiert worden waren. Dadurch hätte es  zu gefährlichen Eingriffen in den Straßenverkehr kommen können. Zimmermann wolle allerdings auf die Erstattung von Strafanzeigen verzichten. »Ich muss als Geschäftsführer auch die Mitarbeiter im Auge behalten«, sagt Zimmermann der Pforzheimer Zeitung und erinnerte dabei auch daran, dass diese am Dienstag vergangener Woche ihre Kündigungen erhalten hatten. Angesichts dieser schweren Situation der Belegschaft sei es aus seiner Sicht kein glücklicher Zeitpunkt gewesen, die Abmahnungen auszusprechen. Zimmermann selbst war zu diesem Zeitpunkt nicht im Unternehmen.

Dieses Wirrwarr um die Abmahnungen nach der umstrittenen Streik-Aktion heizt den Konflikt weiter an. Zwischen den Verantwortlichen der Stadt als Eigentümerin des Stadtverkehrs und dem SVP-Betriebsrat und der Gewerkschaft Verdi verläuft inzwischen ein tiefer Graben. Die Stadtverwaltung hat jetzt auf ihrer Internetseite eine Mitteilung veröffentlicht, in der sie die wichtigsten Fachbegriffe des Konflikts und seine Hintergründe zu erläutern versucht. Weitere Gespräche mit Verdi sind indes inzwischen in den Juli vertagt worden.

Von: Peter Gebauer

FEHLKONSTRUKTION: NUR LEICHTVERLETZTE FRAU
23.05.2016

POLEN: Nagelbombe in Breslauer Bus

Am Donnerstagnachmittag, 19. Mai, scheiterte glücklicherweise ein Bombenanschlag auf einen Breslauer Stadtbus.



Der Sprengsatz, in dem sich Nägel und Schrauben befunden haben sollen, sei falsch konstruiert worden, wodurch es zu keiner allzu wuchtigen Explosion gekommen war. Dass es zu keiner Katastrophe gekommen ist, sei der amateurhaften Konstruktion mit »Haushaltsmitteln« zu verdanken sowie der Aufmerksamkeit eines Busfahrgastes, der die zurückgelassene Tüte mit dem Sprengsatz dem Busfahrer überreichte. Der Busfahrer wiederum brachte die Tüte aus dem Bus an eine Bushaltestelle. Kurz darauf sei der Sprengsatz hochgegangen und habe eine Passantin leicht verletzt. Laut Polizei wären bei korrekter Konstruktion nur noch die Räder des Busses übrig geblieben.

Die Videoaufnahmen aus dem Businnern zeigen die perfide Vorgehensweise des etwa 25-jährigen, von der Polizei gesuchten Mannes. Der hellhäutige Mann betritt den Bus mit einer gelben Plastiktüte an der mittleren Tür, löst ein Ticket und fährt etwa eine Viertelstunde lang sieben Stationen, offenbar darauf wartend, bis sich der Bus mit ausreichend Menschen füllt. An einer Haltestelle nahe des Hauptbahnhofs beugt er sich plötzlich zu seiner Tüte, offenbar um einen Zeitzünder zu aktivieren, schaut auf seine Uhr und entfernt sich schnellen Schrittes vom Fahrzeug.

Laut der Vorstandsvorsitzenden der Braslauer Verkehrsbetriebe, Jolanta Szczepanska, habe sich der 30-jährige Fahrer nicht regelkonform verhalten. Fahrer seien angewiesen, die Fahrgäste aus dem Fahrzeug zu evakuieren und nicht, verdächtige Gegenstände aus dem Fahrzeug zu tragen. Man wolle die Fahrer nachschulen und auch die Fahrgäste über Informationen auf Bildschirmen in Bussen und Straßenbahnen sensibilisieren.

Von: Sebastian Glinski

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